EZB/Holzmann fordert Mindestreserve von bis zu 10 Prozent
FRANKFURT (Dow Jones)--Robert Holzmann, Gouverneur der österreichischen Nationalbank (OeNB) und Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), hat eine Mindestreserve der Geschäftsbanken bei der EZB von bis zu 10 Prozent gefordert. "Ich schlage vor, dass die Banken mehr Geld unverzinst bei uns als Mindestreserve einlegen, wie das früher auch der Fall war", sagte er der Wirtschaftswoche. "Ich denke an fünf bis zehn Prozent."
Aktuell liegt die unverzinste Mindesteinlage der EZB für Geschäftsbanken bei 1 Prozent der Kundeneinlagen. Holzmann erwartet, dass sich die EZB mit einem solchen Schritt nicht beliebt bei der Branche machen würde: "Klar, das wird jetzt zu einem Aufschrei bei den Banken führen." Der Bundesverband der deutschen Banken hat eine Erhöhung bereits öffentlich abgelehnt.
Holzmann geht davon aus, dass er für seine Position im EZB-Rat Verbündete finden wird: "Ich ahne, dass der eine oder andere Sympathie für meinen Standpunkt hat." Holzmann begründet den Schritt damit, dass die Banken von der unkonventionellen Geldpolitik der EZB in der Krise erheblich profitiert hätten.
"Sollten wir in Zukunft erneut zu vergleichbaren Maßnahmen gezwungen sein, brauchen wir dazu Reserven in unserer Bilanz", sagte Holzmann. Sollte der EZB-Rat einen Beschluss fassen, könnte die Mindestreserve Holzmann zufolge "im Prinzip sehr rasch" angehoben werden.
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September 27, 2023 06:50 ET (10:50 GMT)