EZB: Inflationserwartungen von Konsumenten sinken im April
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Inflationserwartungen von Konsumenten im Euroraum sind im April nach dem Anstieg im Vormonat wieder zurückgegangen, liegen aber immer noch deutlich oberhalb des Inflationsziels der EZB von 2 Prozent. Wie aus der jüngsten Konsumentenumfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) außerdem hervorgeht, stiegen zugleich die Einkommenserwartungen der Konsumenten langsamer. Die Konsumenten erwarten, dass die Verbraucherpreise in den nächsten zwölf Monaten um 4,1 (März: 5,0) Prozent steigen werden. Auf Sicht von drei Jahren sahen sie die Inflation bei 2,5 (2,9) Prozent.
Die EZB selbst hatte im März für 2023 eine Inflationsrate von 5,3 Prozent prognostiziert und für 2025 - also in drei Jahren - eine von 2,1 Prozent. Der EZB-Rat, dem die Ergebnisse bei seiner Mai-Sitzung vorlagen, hatte beschlossen, die Zinsen nur um 25 und nicht wie zuvor um 50 Basispunkte anzuheben. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte kürzlich, dass die Messgrößen der erwarteten Inflation bis zuletzt hoch gewesen seien, wobei sich einige von ihnen abgeschwächt hätten.
Die Verbraucher rechneten laut der Umfrage zudem damit, dass ihre Einkommen in den nächsten zwölf Monaten um 1,1 (1,3) Prozent steigen würden, während die Erwartung für das nominale Ausgabenwachstum in den nächsten zwölf Monaten auf 3,8 (4,1) Prozent sank.
Die wirtschaftliche Lage im Euroraum wird sich nach Einschätzung der Konsumenten in den nächsten zwölf Monaten eintrüben. Sie rechneten mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 (1,0) Prozent. Die Erwartung für die Arbeitslosenquote ging auf 11,2 (11,7) Prozent zurück.
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June 06, 2023 04:00 ET (08:00 GMT)