EZB/Simkus: Höhere Inflation wg Arbeitsmarkt und Energiepreisen möglich


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Inflation im Euroraum könnte nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Gediminas Simkus aufgrund eines starken Arbeitsmarkts und eines neuen Energiepreisschocks höher als zuletzt prognostiziert ausfallen. "Die Inflation ist sehr schnell gestiegen und die Arbeitsmärkte haben mit Verzögerung reagiert", sagte der Gouverneur der litauischen Zentralbank in einer Veranstaltung von Market News International. Der Arbeitsmarkt sei ein nachlaufender Indikator.

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Simkus verwies darauf, dass die Löhne im ersten Quartal um 5,1 Prozent gestiegen seien und im Jahresdurchschnitt noch etwas stärker steigen dürften. "Ich befürchte, dass wir das Ausmaß dieses Anstiegs etwas unterschätzen, und das würde zu einer hartnäckigeren Inflation führen", sagte er.

Zugleich hält Simkus es aber für möglich, dass die Inflation auf das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 Prozent sinken wird, obwohl die EZB gleichzeitig erwartet, dass die Arbeitslosenquote bis 2025 auf 6,3 Prozent sinken wird, während die inflationsneutrale Arbeitslosenquote bei 6,9 Prozent liege.

Er nannte dafür fünf Gründe: Die Inflation werde auch aufgrund von Basiseffekten sinken, die Geldpolitik der EZB werde die Teuerung bremsen, der Rückgang der Preise von Energie- und anderen Rohstoffen werde sich auf nachgelagerte Produktgruppen übertragen, die Lieferschwierigkeiten verringerten sich immer noch, und der Euro werte auf.