ITM Power profitiert von Förderung und Partnerschaft - Aktien von Plug Power und NEL ebenfalls gefragt
• Kooperation mit Rheinmetall: Giga-PtX-Projekt für synthetische Kraftstoffe im NATO-Umfeld
• Aktie mit starken Kursgewinnen - auch Wasserstoffwerte wie Plug Power und NEL gefragt
Staatlicher Rückenwind für ITM Power
Wie das Unternehmen kürzlich bekannt gab, erhält ITM Power finanzielle Unterstützung in Höhe von insgesamt bis zu 86,5 Millionen Pfund. Dabei steuert die staatliche Great British Energy 40 Millionen Pfund als Investition bei, während das Department for Energy Security and Net Zero zusätzliche Fördermittel von 46,5 Millionen Pfund in Aussicht stellt.
Das Geld soll in den Aufbau einer neuen, hochautomatisierten Produktionslinie mit einer Kapazität von einem Gigawatt fließen. Dort will ITM Power künftig die nächste Generation seiner Elektrolyseure unter dem Namen "Chronos" fertigen und sich damit als wichtiger Bestandteil der britischen Wasserstoffstrategie positionieren. Die neue Plattform wurde im Zuge der Ankündigung erstmals präsentiert und soll laut Unternehmen sowohl bei Effizienz als auch bei Kosten neue Maßstäbe setzen. Parallel dazu bleibt die bisherige "Trident"-Technologie weiter im Einsatz, um bestehende Kunden zu bedienen.
Strategische Kooperation mit Rheinmetall
Daneben hat ITM Power eine strategische Zusammenarbeit mit dem deutschen Technologiekonzern Rheinmetall vereinbart, die über eine klassische Industriekooperation hinausgeht. Im Mittelpunkt steht das sogenannte Giga-PtX-Projekt, das den Aufbau eines europaweiten Netzwerks dezentraler Anlagen zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe vorsieht - insbesondere für militärische Anwendungen innerhalb der NATO.
Für ITM Power könnte sich daraus eine zusätzliche Nachfrage nach Elektrolyse-Technologie ergeben. Während Wasserstoffprojekte bislang vor allem von energiepolitischen Förderprogrammen und langfristigen Dekarbonisierungszielen geprägt waren, rückt mit dieser Partnerschaft erstmals stärker der sicherheitspolitische Aspekt in den Vordergrund. Ziel ist es, die Energieversorgung militärischer Strukturen widerstandsfähiger zu machen und die Abhängigkeit von traditionellen Lieferketten zu reduzieren.
Langfristig könnten mehrere hundert solcher Anlagen entstehen, jeweils mit Elektrolysekapazitäten von bis zu 50 Megawatt. Jede Anlage wäre in der Lage, jährlich mehrere tausend Tonnen synthetischer Kraftstoffe zu produzieren. Damit eröffnet sich für ITM Power ein potenziell gut skalierbarer Markt für industrielle Elektrolyseure, der für die künftige Entwicklung des Unternehmens von Bedeutung sein könnte.
ITM Power und andere Aktien aus dem Wasserstoffsektor im Blick
Bereits in Reaktion auf das staatliche Finanzierungspaket aus dem Vereinigten Königreich konnte die ITM Power-Aktie in diesem Monat kräftig zulegen. Ein weiterer Kurstreiber war dann die Bekanntgabe der strategischen Kooperation mit Rheinmetall. Die Aktie kletterte vergangenen Freitag in London letztlich um 40,12 Prozent auf 1,32 GBP. Nachdem es für die ITM-Aktie am Montag nicht weiter nach oben ging - der Anteilsschein verlor an der LSE 3,65 Prozent auf 1,27 GBP - sind am Dienstag wieder deutliche Gewinne zu beobachten: Die Anteilsscheine legen zeitweise um 9,47 Prozent auf 1,39 GBP zu.
Mit ITM Power rückt auch der gesamte Wasserstoffsektor wieder stärker in den Fokus von Investoren. Die Aktie des US-Wasserstoffunternehmens Plug Power gewann am Montag im NASDAQ-Handel letztlich 15,83 Prozent auf 3,22 US-Dollar, im Handel am Dienstag geht es zeitweise dann jedoch 1,27 Prozent auf 3,179 US-Dollar runter. Für den norwegischen Wasserstoff-Wert NEL geht es am Dienstag in Oslo zeitweise 3,29 Prozent hoch auf 2,51 NOK.
Julia Walter, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net