Für Europas Versorger erst ab 2026 sinkende Strompreise - S&P


FRANKFURT (Dow Jones)--Die Großhandelspreise für Strom werden bis 2026 nach Einschätzung der Ratingagentur S&P auf oder über dem historisch hohen Niveau von 100 Euro pro Megawattstunde bleiben. Erst ab 2026 dürften sie deutlich sinken, wenn Wind- und Solarenergie den Strommix dominieren werden, so S&P Global Ratings in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Werbung

Die Bewältigung der Energiewende durch die Stromerzeuger werde von Entscheidungen abhängen, die ein Gleichgewicht zwischen Investitionen in erneuerbare Energien, der Schaffung von finanziellem Spielraum und den Renditen der Investoren herstellen. Dies ist die Einschätzung des Berichts "Europe's Utilities Face A Power Price Cliff From 2026".

Katalysator für die Preisveränderung werde eine Beschleunigung der neuen, intermittierenden Kapazitäten sein, angeführt von einem zweistelligen jährlichen Wachstum der Wind- und Solarkapazität. Der daraus resultierende Anstieg der Nachfrage nach erneuerbarem Strom, die voraussichtlich jährlich im einstelligen Bereich wachsen werde, werde den Einfluss des teuren Erdgases auf die Strompreise abschwächen. Damit entfalle eine der Hauptursachen für die zuletzt erhöhten Grundlastpreise.

Solar- und Windenergieerzeuger könnten die Auswirkungen der niedrigeren und volatileren Preise abschwächen, indem sie Speicherlösungen und Wasserstoffproduktion bereitstellen. Andernfalls könnten sich Investitionen in erneuerbare Energien und die Energiewende verzögern, was die höheren Preise verlängern würde, lautet das Fazit der Studie.