GDV: Beiträge in der Wohngebäudeversicherung steigen um 16 Prozent


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Aufgrund der weiter steigenden Baupreise rechnen die deutschen Versicherer nach Angaben ihres Branchenverbandes GDV auch für dieses Jahr mit kräftigen Beitragserhöhungen in der Wohngebäudeversicherung. "Wir gehen davon aus, dass die Gesamtbeiträge in der Wohngebäudeversicherung in diesem Jahr um 16 Prozent steigen werden", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen auf Basis der detaillierten Branchenprognose der Versicherer für 2023. Grunde seien das gesamtwirtschaftliche Umfeld und die hohen Baupreise.

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Der vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlichte Anpassungsfaktor in der Wohngebäudeversicherung, der sich nach Daten des Statistischen Bundesamts zu den Bau- und Lohnkosten richte, habe sich für 2023 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 15 Prozent erhöht. Damit steige neben der Prämie auch die Versicherungssumme. "In der Hausratversicherung rechnen wir mit einem Beitragsplus von 6 Prozent", erklärte Asmussen weiter. Grund dafür seien sogenannte Summenanpassungen: Die Inflation lasse auch den Wert des eigenen Hausrats steigen, und die Versicherer passten auch die Versicherungssummen nach oben an, was zumeist eine höhere Prämie bedeute. Zudem rechneten sie mit einem moderaten Neugeschäft in der Hausratversicherung.

In der Kfz-Versicherung gehen die Versicherer laut Asmussen "von einem Wachstum von nur 3 Prozent aus, da die Zahlen von Neuzulassungen und Besitzumschreibungen weiter nicht das Niveau vor Corona erreichen". Die Schäden in der Kraftfahrtversicherung verteuerten sich weiter stark, auch weil die Preise für Ersatzteile immer noch nach oben gingen. Das würden die nur leicht steigenden Beitragseinnahmen wohl nicht kompensieren können.

Insgesamt gehen die deutschen Versicherer in der Schaden- und Unfallversicherung von einem Beitragswachstum von 5,7 Prozent für 2023 aus, wie der Verband bereits Anfang April mitgeteilt hatte. Für die Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds erwarte der GDV dagegen einen Beitragsrückgang von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der Privaten Krankenversicherung rechnet der Verband nach eigenen Angaben mit 3,5 Prozent Beitragswachstum. Unterm Strich stehe damit eine spartenübergreifende Prognose von 0,4 Prozent Beitragsplus für das laufende Jahr.

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Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/cbr

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