GDV: Deutlich bessere Stimmung im Versicherungssektor


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Stimmung in der Versicherungswirtschaft hat sich im ersten Quartal 2023 nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) deutlich verbessert. Das zeige die Frühjahrsbefragung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung in Zusammenarbeit mit dem GDV. "Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Gesamtinflation bereits überschritten ist. Dies gibt der Stimmung im Sektor Aufwind, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. "Der milde Winter und die zum Glück ausgebliebene Gasmangellage haben vermutlich ebenfalls zur Aufhellung der Gesamtlage beigetragen."

Werbung

Im letzten Quartal 2022 war das Geschäftsklima in der Versicherungswirtschaft nach Angaben des Verbandes wegen der hohen Energiepreise und steigender Inflationsraten deutlich gesunken. Laut den GDV-Ökonomen zeichne sich jetzt möglicherweise ein Wendepunkt ab. "Die Einschätzung der aktuellen Lage sowie die Geschäftserwartungen sind zu Jahresbeginn im Sektor kräftig gestiegen, wie wir es bereits im Februar angekündigt hatten", so Asmussen. "Das Geschäftsklima in der Schaden- und Unfallversicherung zieht leicht, in der Lebensversicherung und der Privaten Krankenversicherung sogar deutlich an."

Über alle Sparten hinweg stieg das Geschäftsklima laut den Angaben um 15,2 Punkte, lag mit minus 6,3 Punkten allerdings immer noch unter dem langfristigen Mittelwert von 12,7 Punkten. Zu dieser Entwicklung hätten insbesondere die positiven Geschäftserwartungen mit einem Plus von 21,8 Punkten beigetragen, welche die optimistischeren Markterwartungen des Frühlings 2023 widerspiegelten. Die befragten Unternehmen beurteilten auch das Geschäftsklima in der Lebensversicherung mit einem Saldo von minus 14,4 Punkten günstiger als im Vorquartal mit minus 34,6 Zählern. Das Geschäftsklima habe damit den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2022 erreicht.

Entgegen der Gesamtentwicklung verdunkelte sich laut GDV aber die Stimmung in der fondsgebundenen Lebensversicherung. Das Geschäftsklima sei dort auf einen Saldo von minus 28,8 Punkten und damit den zweitniedrigsten Stand der Zeitreihe gesunken, nach plus 11,2 im Vorquartal. In der Schaden- und Unfallversicherung habe sich die Stimmung hingegen weiter erholt. "Der Saldo für das Geschäftsklima steigt das zweite Quartal in Folge und liegt bei minus 10,1 Punkten", sagte Asmussen. Das bessere Geschäftsklima bei den Kompositversicherern sei maßgeblich durch die aktuelle Geschäftslage getrieben worden, die gegenüber dem Winter günstiger beurteilt worden sei.

Werbung

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/kla

-0-

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

May 25, 2023 03:34 ET (07:34 GMT)