Milliarden-Coup? Temasek nimmt Chip-Giganten ins Visier - Aktien von Samsung und SK hynix schießen hoch
Ein Gerücht um Singapurs Staatsfonds Temasek sorgt am Speicherchipmarkt für ordentlich Wirbel und lässt zwei Schwergewichte kräftig zulegen.
- Ein Bericht deutet auf eine mögliche Temasek-Investition in beide Konzerne hin
- Samsung und SK hynix legen am Mittwoch beide kräftig zu
- Mehrere US-Analysehäuser hatten die SK hynix-Aktie zuvor mit Kaufvoten belegt
Die Aktien von Samsung Electronics und SK hynix schoßen an der Börse in Südkorea am Mittwoch nach oben. Für SK hynix ging es schlussendlich 5,54 Prozent auf 1.504.000,00 KRW aufwärts, Samsung-Titel gewannen daneben bis Handelsende 6,68 Prozent auf 255.500,00 KRW. Hintergrund für die Kurssprünge ist ein Pressebericht über einen möglichen neuen Investor.
Temasek soll erstmals in koreanische Aktien investieren
Laut einem Bericht der südkoreanischen Zeitung Asia Business Daily plant Temasek, der Staatsfonds im Besitz der Regierung von Singapur, eine Direktinvestition in die beiden Speicherchiphersteller über das eigene interne Investmentteam statt über externe Vermögensverwalter. Der Staatsfonds habe demnach bereits Kontakt zur südkoreanischen Regierung aufgenommen, um den Zeitpunkt der Investition abzustimmen. Es wäre das erste Engagement Temaseks in südkoreanischen Aktien überhaupt. Der Fonds sieht Speicherchips innerhalb der Wertschöpfungskette für künstliche Intelligenz demnach als unterbewertet an, trotz der bereits kräftigen Kursgewinne der vergangenen Monate. Zu dem Bericht äußerte sich Temasek auf Anfrage zunächst nicht.
Auch Aktionärsrückzahlungen befeuern die Rally
Neben dem Investor-Gerücht treibt eine zweite Spekulation den Kurs: Beide Speicherchiphersteller könnten ihre Aktionärsrückzahlungen ausweiten, um die Notierungen angesichts der im August 2026 abgekühlten Stimmung gegenüber Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz zu stützen.
SK hynix-Aktie: Analysten sind schon länger optimistisch
Der Rückenwind vom Temasek-Gerücht trifft bei SK hynix auf eine Aktie, die bei US-Häusern bereits gefragt ist. Bereits zu Monatsbeginn nahmen mit Needham, Cantor Fitzgerald, Wolfe Research und RBC Capital gleich vier Analysehäuser die Coverage zur US-amerikanischen SK hynix-Aktie neu auf, jeweils mit einem Kaufvotum und Kurszielen zwischen 200 und 300 US-Dollar. Wolfe-Analyst Chris Caso begründete sein Outperform-Votum damit, dass der Branche schlicht die physischen Fertigungskapazitäten fehlten, um die Nachfrage kurzfristig zu bedienen, was die Angebotsknappheit nach seiner Einschätzung über Jahre festschreiben dürfte.
Ob aus der Spekulation eine tatsächliche Investition wird, bleibt offen. Temasek hat sich öffentlich noch nicht dazu geäußert, wie schnell der Fonds seine Gespräche mit der südkoreanischen Regierung in eine konkrete Entscheidung übersetzt. Anleger dürften in den kommenden Handelstagen genau darauf achten, ob aus Seoul offizielle Signale zum Zeitplan kommen.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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