Größte Profiteure

Aktien von Novo Nordisk & Eli Lilly: Die Abnehmpille als neuer Milliarden-Garant


Aktien von Novo Nordisk & Eli Lilly: Die Abnehmpille als neuer Milliarden-Garant

Der Markt für Abnehmmedikamente wächst rasant. Novo Nordisk und Eli Lilly liefern sich als größte Anbieter ein Rennen um Marktanteile.

• IQVIA erwartet für den weltweiten Adipositas-Medikamentenmarkt 2026 einen Umsatz von bis zu 92 Milliarden US-Dollar
• Eli Lilly hebt nach der FDA-Zulassung seiner Abnehmpille Foundayo die Umsatzprognose für 2026 an
• Novo Nordisk verzeichnet nach dem Start der Wegovy-Pille ebenfalls eine bessere Geschäftsentwicklung

Werbung

Milliardenmarkt mit hohen Wachstumsraten

Das Marktforschungsunternehmen IQVIA, ein Anbieter von Daten- und Analysedienstleistungen für die Gesundheitsbranche, zeichnet in einem Blog-Beitrag für den globalen Adipositas-Medikamentenmarkt ein Bild anhaltenden Wachstums. Der weltweite Umsatz mit entsprechenden Präparaten zu Listenpreisen erreichte demnach 2025 einen Wert von 66 Milliarden US-Dollar und soll 2026 auf 92 Milliarden US-Dollar steigen. Ab 2027 rechnet IQVIA mit einer Spanne von 105 bis 200 Milliarden US-Dollar, abhängig von der Preisentwicklung bei oralen Präparaten und der zunehmenden Konkurrenz durch patentfreies Semaglutid. Als zentraler Treiber gilt der Übergang von wöchentlichen Injektionen zu täglich einzunehmenden Tabletten, der nach Einschätzung der Marktforscher neue Patientengruppen erschließen und den Gesamtmarkt zusätzlich vergrößern dürfte.

Novo Nordisk und Eli Lilly als größte Profiteure

Von diesem Wachstum profitieren vor allem zwei Konzerne unmittelbar. Novo Nordisk veröffentlichte am 6. Mai seinen Finanzbericht für das erste Quartal 2026 und meldete einen Nettoumsatz von 96,8 Milliarden dänischen Kronen, ein Plus von 32 Prozent auf Basis konstanter Wechselkurse gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz mit Adipositas-Präparaten legte dabei um 22 Prozent zu. Als Treiber nannte Novo Nordisk vor allem die Wegovy-Pille, die der Konzern Anfang Januar in den USA einführte: Bis zur Woche zum 17. April überstiegen die wöchentlichen Verschreibungen die Marke von 200.000, seit der Markteinführung wurden mehr als 2 Millionen Rezepte ausgestellt, was der Konzern als stärksten Mengenstart eines GLP-1-Präparats in den USA bezeichnete.

Eli Lilly zog wenig später nach: Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte dem Konzern am 1. April die Zulassung für die Konkurrenzpille Foundayo mit dem Wirkstoff Orforglipron. Bei der Vorlage der Quartalszahlen am 4. Februar bezifferte Eli Lilly die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 80 bis 83 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die von Analysten erwarteten 77,6 Milliarden US-Dollar. Konzernchef David Ricks erklärte im Interview mit CNBC, zum damaligen Zeitpunkt nähmen zwischen 20 und 25 Millionen Patienten Präparate der beiden Konzerne ein, der insgesamt adressierbare Markt sei aber deutlich größer.

Werbung

Zusätzliches Wachstum durch Übernahmen

Über das eigentliche Kerngeschäft hinaus zeigt sich der Abnehmboom auch in der Investitionskraft der beteiligten Konzerne. Am 16. Juli wurde bekannt, dass Eli Lilly den auf psychedelika-basierte Depressionsbehandlungen spezialisierten Entwickler AtaiBeckley für bis zu 3,8 Milliarden US-Dollar übernimmt. Mizuho-Analyst Jared Holz ordnete den Schritt gegenüber YahooFinance als Beleg für die finanzielle Schlagkraft von Eli Lilly ein und rechnete branchenweit mit einem Rekordjahr für Fusionen und Übernahmen in der Biotechnologie, mit voraussichtlich mehr als 30 Transaktionen über einer Milliarde US-Dollar. Für Anleger, die vom Abnehmboom profitieren wollen, rücken damit neben den beiden Hauptakteuren auch die Reinvestitionsstrategien der Konzerne sowie die allgemeine Übernahmedynamik im Biotech-Sektor in den Blick.

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Katherine Welles /Shutterstock.com, JHVEPhoto / Shutterstock.com

Werbung