HDE: Verbraucherstimmung setzt Sinkflug fort


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Der Negativtrend bei der Verbraucherstimmung hält nach einer Erhebung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) im Oktober an. Wie der Verband mitteilte, ging das Konsumbarometer des HDE den dritten Monat in Folge zurück und erreichte mit 84,14 Punkten erneut ein Allzeittief. "Der Index befindet sich damit in einem Abwärtstrend, der nach der Verlangsamung im Sommer nun in den Herbstmonaten an Fahrt gewinnt", erklärte der HDE. Es sei zu erwarten, "dass sich der Pessimismus der Verbraucherinnen und Verbraucher in den nächsten Monaten negativ auf den privaten Konsum auswirken wird".

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Im September hatte das Konsumbarometer noch bei 86,28 und im August bei 86,56 Punkten gelegen. Im Juni und Juli hatte der Indikator noch über 89 Punkte betragen. "Steigende Lebenshaltungskosten und hohe Energiekosten dämpfen die Konsumlaune der Verbraucher erheblich", konstatierte der HDE. Ihre Anschaffungsneigung falle auf einen neuen Allzeit-Tiefststand. Die Konsumzurückhaltung dürfte demnach in den bevorstehenden Wochen und Monaten zunehmen. Statt allerdings mit einer verstärkten Sparaktivität zu reagieren, nähmen Verbraucher auch vom Sparen Abstand.

Zurückzuführen sei diese Entwicklung auf die angesichts der hohen Inflation sinkenden Einkommenserwartungen. In der Folge verringere sich der finanzielle Spielraum sowohl für Konsumausgaben als auch zum Sparen. Obwohl sich am Arbeitsmarkt bislang keine Eintrübung abzeichne, blickten Verbraucher pessimistisch auf die Entwicklung ihres verfügbaren Einkommens. Auch ihre Konjunkturerwartungen verschlechterten sich weiter und spiegelten die aktuellen Konjunkturprognosen wider.

In den nächsten Monaten rechneten die Verbraucher zudem mit zunehmenden Preissteigerungen, während sie Zinssteigerungen für weniger wahrscheinlich hielten. Eine Entspannung ihrer wirtschaftlichen Situation erwarteten sie in nächster Zeit nicht, sodass sie den Konsum einschränkten. Steigende Lebenshaltungskosten und die gesamtwirtschaftliche Lage sorgten für große Unsicherheit. "Die Konsumzurückhaltung wird daher auch in den nächsten Monaten anhalten", sagte der HDE voraus.

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Sei zuvor noch von einem Verharren der Verbraucherstimmung auf niedrigem Niveau bis Frühjahr kommenden Jahres auszugehen gewesen, zeichne sich inzwischen weiteres Abwärtspotenzial ab. Bis in das Frühjahr 2023 hinein werde der reale private Konsum voraussichtlich sinken, sodass er auch im nächsten Jahr unter dem Vor-Corona-Niveau liegen dürfte. "Inwieweit die schlechte Stimmung auf den Einzelhandelskonsum auch tatsächlich voll durchschlägt, werden die kommenden Monate zeigen, wenn die Verbraucher in der Breite mit hohen Nachzahlungen konfrontiert werden", so der Verband. Aktuell sei "Geld durchaus noch vorhanden".