Heftige Schwankungen

Indirekt in SpaceX investieren: Warum die Alphabet-Aktie einen zweiten Blick wert ist


Indirekt in SpaceX investieren: Warum die Alphabet-Aktie einen zweiten Blick wert ist

Seit dem Börsengang von SpaceX schwankt die Aktie heftig, doch über Alphabets Milliardenbeteiligung lässt sich am Raketengeschäft auch mit ruhigerer Hand teilhaben.

  • Alphabet bilanziert seine SpaceX-Beteiligung mit gut 94 Milliarden US-Dollar
  • Rekordgewinn von 112 Milliarden US-Dollar beruht fast nur auf Buchgewinnen
  • Für SpaceX-Fans ist Alphabet der breiter abgestützte, gedämpfte Zugang
Werbung

Seit dem Börsengang von SpaceX am 12. Juni fährt die SpaceX-Aktie an der NASDAQ Achterbahn, und wer direkt einsteigt, muss die volle Wucht der Ausschläge aushalten. Es gibt jedoch einen ruhigeren Weg zum selben Wachstumsthema: Alphabet, der Google-Mutterkonzern, hält eine milliardenschwere Beteiligung an SpaceX und liefert damit indirektes Exposure, ohne dass Anleger jede Kursspitze mitgehen müssen.

Alphabets SpaceX-Beteiligung treibt den Gewinn

Wie eng das Ergebnis inzwischen an SpaceX hängt, zeigten die vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal. Unter dem Strich verdiente Alphabet rund 112 Milliarden US-Dollar, annähernd das Vierfache des Vorjahreswerts. Der Sprung stammt fast vollständig aus Buchgewinnen: Auf seine Aktienbeteiligungen verbuchte der Konzern einen Ertrag von gut 99 Milliarden US-Dollar, nach lediglich 1,3 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Treiber waren vor allem die Neubewertungen der Positionen an SpaceX und am KI-Entwickler Anthropic. Zum 30. Juni wies Alphabet allein die SpaceX-Beteiligung mit rund 94 Milliarden US-Dollar aus, was etwa vier Prozent des Raumfahrtkonzerns entspricht. Der Einstieg reicht bis 2015 zurück, damals investierte Google rund 900 Millionen US-Dollar.

Warum der Umweg der ruhigere sein kann

Genau diese Hebelwirkung macht den direkten Weg unbequem. Der SpaceX-Börsengang war der größte der Geschichte, mit rund 75 Milliarden US-Dollar Erlös und einer Bewertung von etwa 1,77 Billionen US-Dollar zum Debüt. Doch der Konzern ist trotz dieser Dimension nicht profitabel und verbrennt im Ausbau von Satelliten, Raketen und KI-Rechenkapazität hohe Summen. Nur ein kleiner Teil der Aktien ist frei handelbar, der Großteil unterliegt bis Anfang Dezember 2026 einer Haltefrist. Diese Enge verstärkt die Schwankungen nach beiden Seiten. Bei Alphabet dagegen ist die Beteiligung nur ein Baustein neben einem robusten Kerngeschäft aus Websuche, YouTube und Cloud. Die Google Cloud wuchs im zweiten Quartal um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar, und über die vergangenen zwölf Monate erwirtschaftete der Konzern mehr als 53 Milliarden US-Dollar freien Cashflow.

Werbung

Ein Baustein, kein Selbstläufer

Die Kehrseite ist dieselbe Beteiligung. Was den Gewinn im zweiten Quartal aufblähte, kann ihn im dritten drücken: Fällt der SpaceX-Kurs weiter, schlägt die Neubewertung als Verlust in der Position durch und verhagelt das ausgewiesene Ergebnis. Verkaufen kann Alphabet die Anteile vorerst nicht, denn sie sind größtenteils gesperrt. Hinzu kommt ein Bewertungsfallstrick: Weil der Rekordgewinn fast nur aus Buchgewinnen besteht, wirkt das KGV optisch niedrig, ohne dass das operative Geschäft tatsächlich so günstig zu haben wäre. Und Alphabet investiert selbst kräftig, die Investitionsausgaben für 2026 hob der Konzern auf 195 bis 205 Milliarden US-Dollar an. Diese Wette auf KI kostet zunächst Marge und Cash, bevor sie sich auszahlen muss.

Wie tragfähig die indirekte SpaceX-Wette ist, zeigt sich am nächsten belastbaren Datenpunkt: den Zahlen zum dritten Quartal, in denen sich der jüngste Kursrutsch von SpaceX erstmals in Alphabets sonstigem Ergebnis niederschlagen dürfte. Den zweiten Prüfstein liefert Anfang Dezember 2026 das Auslaufen der Haltefrist für einen großen Teil der SpaceX-Anteile.

Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Werbung

Anzeige: Alphabet und tausende weitere Wertpapiere provisionsfrei bei finanzen.net zero.

Bildquellen: Fenixx666 / Shutterstock.com

Werbung