ifo: Breitere Beitragspflicht reicht nicht für Sozialversicherungssysteme


BERLIN (Dow Jones)--Eine Ausweitung der Beitragspflichten wird nach Berechnungen des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung nicht ausreichen, um die Sozialversicherungssysteme in Deutschland langfristig zu finanzieren. "Aktuell wird eine Ausweitung der Beitragspflicht auf alle Einkunftsarten diskutiert, also auch auf Zins-, Gewinn- und Mieteinnahmen. Die dadurch erzielbaren Mehreinnahmen wären jedoch verschwindend gering", sagte Joachim Ragnitz von der Niederlassung des Instituts in Dresden.

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Bei der Gesetzlichen Rentenversicherung würden die Mehreinnahmen lediglich 5,6 Milliarden Euro ausmachen, bei Gesamtausgaben in Höhe von 341 Milliarden Euro. Auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung seien die erzielbaren Mehreinnahmen mit 5,3 Milliarden Euro angesichts der Gesamtausgaben von 275 Milliarden Euro zu vernachlässigen. Grund hierfür sei, dass sozialversicherungspflichtig Beschäftigte typischerweise nur geringe zusätzliche Einnahmen aufwiesen.

"Höhere Einnahmen ließen sich erzielen, wenn auch die Beitragsbemessungsgrenze abgeschafft würde oder weitere Personengruppen in die Sozialversicherungspflicht einbezogen würden", sagte Ragnitz. Allerdings stiegen dann zumindest in der Rentenversicherung mittelfristig auch die Zahlungsansprüche. "Um die Sozialversicherungssysteme demografiefest zu machen, führt kein Weg an Anpassungen auf der Ausgabenseite vorbei", betonte der Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, Marcel Thum. Dazu gehöre in der Rentenversicherung auch eine längere Lebensarbeitszeit.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/sha

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August 18, 2023 03:35 ET (07:35 GMT)