IfW: Immobilienpreise in Deutschland fallen wieder stärker


BERLIN (Dow Jones)--Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben im dritten Quartal 2023 nach Angaben des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) teilweise deutlich nachgegeben. Gegenüber dem zweiten Quartal 2023 verbilligten sich demnach alle Wohnsegmente, wobei es regional starke Unterschiede und Ausreißer nach oben gebe. Unter den großen Städten seien die Preise in Köln und Berlin am stabilsten, teilte das Institut mit. Die Anzahl der Immobilientransaktionen sei deutlich gesunken, zeige das jüngste Update des German Real Estate Index (Greix), eines Gemeinschaftsprojekts von IfW und dem Universitätsnetzwerk Econtribute.

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Verglichen mit dem Vorquartal seien die Preise für Eigentumswohnungen um 1,5 Prozent zurückgegangen. Die Preise für Einfamilienhäuser seien um 3,2 Prozent gesunken, die für Mehrfamilienhäuser um 5,9 Prozent. Das Update zeige, "dass der Preisrückgang am Immobilienmarkt nach einer kurzen Sommerpause wieder Fahrt aufnimmt". Im Segment der Eigentumswohnungen sei der Preisverfall insgesamt betrachtet zwar nur noch moderat, lokal seien aber starke Preiseinbrüche zu beobachten. Hoffnungen auf eine Stabilisierung und ein Ende des Preisverfalls, wie es die Entwicklung im zweiten Quartal nahegelegt habe, hätten sich nicht bewahrheitet.

Aufgrund der hohen Teuerung fielen die inflationsbereinigten Preisrückgänge für alle Marktsegmente noch stärker aus. Gemessen in aktueller Kaufkraft sinken die Preise von Eigentumswohnungen demnach um 2,2 Prozent, für Einfamilienhäuser um 3,9 Prozent und für Mehrfamilienhäuser um 6,6 Prozent. Verglichen zum Vorjahresquartal lägen alle Wohnsegmente sehr kräftig im Minus. Preise für Eigentumswohnungen ständen im Vergleich 10,5 Prozent tiefer, Preise für Einfamilienhäuser 12,1 Prozent und für Mehrfamilienhäuser 24 Prozent. Damit weiteten vor allem Ein- und Mehrfamilienhäuser ihre Verluste im Vorjahresvergleich aus.

"Die Krise am deutschen Immobilienmarkt setzt sich fort. Die sinkenden Transaktionszahlen sprechen dafür, dass bei den gegenwärtigen Preisen nur wenige Verkäufer und Käufer zusammenfinden", sagte IfW-Präsident Moritz Schularick. Speziell mit Blick auf das Neubaugeschäft seien das schlechte Nachrichten - "für die Konjunktur, aber auch für den Standort Deutschland, der dringend neuen Wohnraum in den Städten braucht, um attraktiv für örtlich mobile Fachkräfte zu sein".

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Die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen in Deutschlands Top-7-Metropolen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München, Stuttgart) gingen fast durchgängig zurück. Nur in Köln seien sie leicht um 1,1 Prozent gestiegen. Den kräftigsten Preisrückgang habe Düsseldorf mit minus 6,6 Prozent verzeichnet. In Frankfurt am Main (minus 1,6 Prozent) und Stuttgart (minus 1,9 Prozent) sänken die Preise moderat, in Berlin (minus 0,8 Prozent) liefen sie fast seitwärts.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

(END) Dow Jones Newswires

November 09, 2023 02:16 ET (07:16 GMT)