IfW: Preisrückgang bei Eigentumswohnungen trifft vor allem Bestand


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Ausgehend von den Höchstständen sind die Preise für Neubauten in Deutschland nach einer Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) bislang nur verhältnismäßig moderat zurückgegangen, der Einbruch bei Bestandsimmobilien war mehr als doppelt so hoch. Das geht aus einer Datenanalyse des German Real Estate Index (Greix) hervor, einem Vergleich der Preisentwicklung von Eigentumswohnungen nach Baujahr in Deutschlands größten Metropolen. Die Preise für neu gebaute Eigentumswohnungen in Deutschlands Top-7-Metropolen seien demnach im Vergleich zu ihren Höchstständen bislang durchschnittlich nur verhältnismäßig moderat um 5,5 Prozent gesunken. Die sieben untersuchten Städte sind Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.

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Ausgehend von 2018 lagen die Preise für Neubauten im 3. Quartal 2022 nach den Angaben jedoch gut 45 Prozent im Plus, im 2. Quartal 2023 waren es noch 37 Prozent. "Damit kosteten Neubauten im vergangenen Quartal ungefähr so viel wie Anfang letzten Jahres", stellte das IfW fest. Sehr viel deutlicher sei der Preisrückgang für Bestandsimmobilien der Top-7-Städte, unterteilt in die Baujahre vor und ab 1950. Sowohl Preise für klassische Altbauten als auch für Wohnungen aus den Jahren nach dem Krieg erreichten demnach ihren Höchststand bereits im 2. Quartal 2022, für beide Segmente lagen die Verkaufspreise im 2. Quartal 2023 gut 12 Prozent darunter. Ihr Preisniveau sei damit ungefähr auf das Niveau von Anfang 2021 gefallen.

"Neubau-Preise trotzen bislang dem recht deutlichen Preisverfall auf dem Immobilienmarkt", sagte Jonas Zdrzalek, projektverantwortlicher Wissenschaftler für den Greix. "Dies könnte daran liegen, dass Verkäufer hier weniger zu Preisabschlägen bereit sind." Auch würden die Verkaufspreise oft lange vor Fertigstellung verhandelt, so dass sich die Zinserhöhungen aktuell womöglich noch gar nicht voll in den Preisen widerspiegelten. "Vor allem aber ist das Angebot an Neubauten drastisch gesunken und wenn Projekte umgesetzt werden, dann offenbar hochpreisig."

Der Greix, ein Projekt von IfW und dem Universitätsnetzwerk Econtribute, offenbare einen deutlichen Rückgang der Marktaktivität. Im Vergleich zum Boom im Jahr 2021 liege die Anzahl verkaufter Eigentumswohnungen in den Top-7-Städten im Quartalsvergleich derzeit mehr als die Hälfte niedriger. Besonders dramatisch sei die Entwicklung im Neubausektor, wo die Anzahl der Verkäufe um über 80 Prozent abgestürzt sei. Bereits seit 2022 breche die Anzahl verkaufter Wohnungen über alle Baujahre hinweg regelrecht ein.

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Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/uxd

(END) Dow Jones Newswires

September 22, 2023 03:44 ET (07:44 GMT)