IW: Indexmieten nur Nischenprodukt in Deutschland


BERLIN (Dow Jones)--Auf dem deutschen Wohnungsmarkt sind an die Inflation gekoppelte Mietverträge nur ein Nischenprodukt. Nach einer Untersuchung des wirtschaftsnahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben nur 2,2 Prozent der Mieter sogenannt Indexverträge, bei denen die Miete an den Verbraucherpreisindex gekoppelt ist. Zuletzt hatten SPD und Grüne strengere Regeln bei den Indexmietverträgen gefordert.

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Die große Mehrheit von über 92 Prozent hat demnach einen Mietvertrag unterzeichnet, bei dem die allgemeinen Mieterhöhungsregelungen gelten. Lediglich 3 Prozent der Verträge seien Staffelmieten, bei denen der Vermieter die Preise zu bestimmten Zeitpunkten um einen festgelegten Betrag erhöhen.

Laut IW spielen Indexmieten eine etwas größere Rolle in Wohnungen oder Häusern, die nach 2020 gebaut wurden. Allerdings seien sie noch immer deutlich in der Minderheit. Hier haben der Untersuchung zufolge 7 Prozent der Mieter einen solchen Vertrag unterzeichnet und rund 11 Prozent einen Staffelmietvertrag.

Mit der Untersuchung will das IW der öffentlichen Diskussion entgegentreten, dass Indexmieten ein flächendeckendes Phänomen sei. Dies sei aber "definitiv nicht so", wie das IW betonte.

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"Paradoxerweise könnte gerade die aktuelle Diskussion Indexmieten deutlich bekannter machen", sagte IW-Immobilienexperte Ralph Henger. Gleichzeitig rechnet er nicht damit, dass die Form marktbeherrschend sein wird. Zu groß seien die Risiken und die möglichen Nachteile gegenüber einem Standardmietvertrag für Mieter und Vermieter.

Denn wenn Vermieter energetisch modernisierten, dürften sie die Miete nicht über eine Modernisierungsumlage anheben. Sie sollten deshalb darauf achten, Indexmieten nur für Neubauten oder frisch modernisierte Wohnungen anzubieten - oder die Indexmiete zeitlich zu befristen, was heute schon zulässig sei, wie das IW erklärte.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

(END) Dow Jones Newswires

February 14, 2023 04:08 ET (09:08 GMT)