IWH: Gut ein Drittel mehr Insolvenzen als im Vorjahr - Tendenz steigend


BERLIN/HALLE (Dow Jones)--Nach einem deutlichen Rückgang der Insolvenzen während der Corona-Pandemie gehen nun aufgrund der schwierigen ökonomischen Lage immer mehr Firmen pleite. Laut einer aktuellen Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) liegt die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften im September 34 Prozent über dem Vorjahreswert. Für den Herbst sei mit weiter zunehmenden Insolvenzzahlen zu rechnen.

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Verantwortlich dafür sind neben der sich stark eintrübenden konjunkturellen Lage in erster Linie stark steigende Preise bei wichtigen Produktionsfaktoren, wie Steffen Müller, Leiter der IWH-Abteilung Strukturwandel und Produktivität und der dort angesiedelten Insolvenzforschung, erklärte. Neben den Kosten für Energie stiegen auch Löhne und Kreditzinsen. "Nach lange Zeit sehr niedrigen Insolvenzzahlen werden diese im November 2022 voraussichtlich wieder den Stand von vor der Corona-Pandemie erreichen", erklärte Müller.

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland liegt laut IWH-Insolvenztrend im September bei 762. Das sind 34 Prozent mehr als im September 2021 und liegt deutlich über den vorherigen Erwartungen des Instituts. Noch vor einem Monat hatte die Insolvenzprognose des IWH für September einen Anstieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorhergesagt.

Für Oktober lassen die Frühindikatoren des IWH ebenfalls deutlich höhere Insolvenzzahlen erwarten, die etwa ein Drittel über denen von Oktober 2021 liegen werden, so das Institut. Im November könnten demnach die Vorjahreswerte sogar um 40 Prozent übertroffen werden.

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Für das Gesamtjahr erwartet das IWH trotz der schnell steigenden Zahlen lediglich ein Zuwachs zwischen 12 Prozent und 14 Prozent, da die Insolvenzzahlen in der ersten Jahreshälfte noch leicht unter dem Vorjahresniveau lagen.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

(END) Dow Jones Newswires

October 10, 2022 04:29 ET (08:29 GMT)