IWH: Insolvenzzahlen im Juli gesunken


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Der Anstieg bei den Insolvenzzahlen ist im Juli nach Berechnungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) vorerst zu einem Ende gekommen, wie das Institut mitteilte. Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland lag demnach laut IWH-Insolvenztrend im Juli bei 1.025. Das seien 2 Prozent weniger als im Juni, aber 44 Prozent mehr als im Juli des vorigen Jahres. Damit lag die Zahl der Insolvenzen im Juli laut IWH 6 Prozent über dem Durchschnittswert für den Monat Juli in den Jahren 2016 bis 2019, also vor der Coronavirus-Pandemie.

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Schließungen großer Arbeitgeber führten zu hohen und dauerhaften Lohnverlusten bei den Beschäftigten. Die Analyse des IWH zeige, dass in den größten 10 Prozent der Unternehmen, deren Insolvenz im Juli gemeldet wurde, rund 9.300 Arbeitsplätze betroffen waren. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten in den größten 10 Prozent der Unternehmen liege damit im Juli in etwa auf dem Durchschnittswert für den Monat Juli in den Jahren 2016 bis 2019. Die meisten Arbeitsplätze entfielen auf Insolvenzen im Handel und in der Industrie. Die Zahl der betroffenen Industriearbeitsplätze liege dennoch unter dem Mittel der vergangenen zwölf Monate.

"Die hohen Zahlen in den Monaten Juni und Juli markieren das vorläufige Ende des Anstiegs bei den Insolvenzen", sagte IWH-Insolvenzforscher Steffen Müller. "Für die Monate August und September erwarten wir keinen wesentlichen Anstieg der Insolvenzzahlen."