IWH: Zahl der Firmenpleiten stabil


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist nach Berechnungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) im Mai nicht weiter angestiegen. Laut IWH-Insolvenztrend liege die Zahl der Firmenpleiten im Mai bei 909. Das seien in etwa so viele Insolvenzen wie im April, aber 17 Prozent mehr als im Mai des vorigen Jahres, teilte das Institut mit. Für die kommenden beiden Monate rechne das IWH weiter mit stabilen Insolvenzzahlen.

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Die Analyse des Instituts zeigt dessen Angaben zufolge, dass in den größten 10 Prozent der Unternehmen, deren Insolvenz im Mai gemeldet wurde, gut 6.000 Arbeitsplätze betroffen waren. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten liege im Mai damit unter den Werten der Vormonate, aber nahe dem Durchschnittswert für den Monat Mai in den Jahren vor der Coronavirus-Pandemie. Eine Auswertung nach Unternehmensalter zeige, dass im Mai nur ein Drittel der insolventen Unternehmen älter als zehn Jahre und nur 2 Prozent der Unternehmen älter als 50 Jahre waren.

Somit entfalle der mit Abstand größte Anteil an Insolvenzen auf Jungunternehmen unter zehn Jahren, während Insolvenzen nur sehr selten Traditionsunternehmen beträfen. Junge Unternehmen testeten neue Produkte, Konzepte und Standorte auf ihre Marktfähigkeit. Naturgemäß scheiterten viele dieser Versuche. "Das Insolvenzgeschehen wird deswegen traditionell von jungen, kleinen Unternehmen dominiert", erklärte IWH-Insolvenzforscher Steffen Müller. "Die Lohnverluste für die Beschäftigten nach Insolvenz eines jungen, kleinen Unternehmens sind in der Regel gering", sagte Müller.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/cbr

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