Beiersdorf-Aktie dennoch unter Druck: Jahresziele bleiben trotz schwächerem ersten Quartal bestehen
Ein Umsatzrückgang war erwartet worden, der Konsens lag bei einem organischen Umsatzminus von 3,1 Prozent.
Im größten Segment Consumer betrug der organische Umsatzrückgang des Herstellers von Hautpflegemarken wie Nivea, Eucerin und La Prairie 4,7 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,25 Milliarden).
Das Klebstoff- und Dichtstoff-Segment Tesa verzeichnete einen organischen Umsatzrückgang von 4,3 Prozent auf 407 Millionen Euro (Vorjahr 441 Millionen).
Alle Umsatzzahlen lagen unterhalb der Konsenserwartungen.
Auf der Jahrespressekonferenz hatte CEO Vincent Warnery für das erste Quartal im Segment Consumer einen organischen Umsatzrückgang im niedrig einstelligen Bereich in Aussicht gestellt. Er verwies dabei auf Schwäche im US-Einzelhandel und im chinesischen Reiseeinzelhandel sowie einen geringeren Beitrag von Innovationen im Vergleich zum Schlussquartal 2025.
Im Gesamtjahr rechnet Beiersdorf weiter mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresebene bis maximal organisch leicht wachsend. Die Erwartung eines maximal leichten organischen Wachstums gilt ebenfalls weiterhin für die beiden Segmente. Die bereinigte EBIT-Marge soll weiterhin leicht unter Vorjahr landen, sowohl im Konzern als auch in beiden Segmenten.
Zahlen von Beiersdorf vergraulen Anleger
Die jüngste Geschäftsentwicklung von Beiersdorf hat den Anlegern des Nivea- und Tesaherstellers am Dienstag die Laune verdorben. Die Beiersdorf-Aktie verliert im XETRA-Handel zeitweise 2,71 Prozent auf 75,28 Euro. Für das Jahr 2026 summiert sich das Kursminus mittlerweile auf knapp 20 Prozent.
Beiersdorf bekam im ersten Quartal eine deutliche Abschwächung der Nachfrage zu spüren. Der Konzernumsatz sank um 7,7 Prozent, währungs- und portfoliobereinigt fielen die Erlöse um 4,6 Prozent. Die Jahresziele bestätigten die Hamburger aber.
Analyst Thomas Wissler von MWB Research wies in einer ersten Reaktion auf eine zuletzt schwache Entwicklung der Konzernmarken Nivea und La Prairie hin. Mit Blick auf die Geschwindigkeit einer Erholung sei nun mehr Vorsicht angebracht und es könne Druck auf die Margen geben. Eine grundsätzlich stabile Nachfrage und die Stärke der Marke Eucerin sprächen längerfristig aber für die Aktien.
Der Konsumgüterhersteller habe mit seinen rückläufigen währungs- und portfoliobereinigten Erlösen etwas schwächer abgeschnitten als erwartet, bemerkte JPMorgan-Expertin Celine Pannuti. Trotz des bekräftigten Jahresausblicks erwartet sie sinkende Marktprognosen. Eine Geschäftsbeschleunigung im zweiten Quartal dürfte angesichts des Umfangs des Lagerabbaus in Westeuropa, potenzieller Risiken im Reise-Einzelhandel, der Nachfrage in Asien und der steigenden Kosteninflation eine zu positive Erwartung sein.
Beiersdorf habe die bereits gedämpften Erwartungen verfehlt, konstatierte auch Wassachon Udomsilpa von der kanadischen Bank RBC. Einmal mehr sei das überraschend schwache Wachstum von Nivea für die Schwäche im Konsumgütersegment verantwortlich. Den diesbezüglichen Ausblick habe das Management zwar bestätigt, doch der Massenmarkt bleibe wohl herausfordernd.
David Hayes von der US-Bank Jefferies sprach ebenfalls von enttäuschten Erwartungen, sieht vor diesem Hintergrund die bestätigten Umsatz- und Margenziele aber als hoffnungsvolles Zeichen. Dass die Aktie auf einem Zehnjahrestief notiere, mildere zudem die verfehlten Erwartungen sowie die Glaubwürdigkeitsprobleme etwas ab, ergänzte Hayes.
DOW JONES / dpa-AFX