Meta-Aktie nach Verlustserie im Fokus: Was hinter der elftägigen Talfahrt steckt
Nach elf Verlusttagen in Folge dürfte sich die Aktie des Facebook-Konzerns am Mittwoch weiterhin nicht stabilisieren - eine Zahl aus dem Quartalsbericht sorgt weiter für Unruhe.
- Meta-Aktie mit elftägiger Verlustserie
- Umsatz legte um 28 Prozent zu, doch Free Cashflow brach massiv ein
- KI-Offensive mit Milliardeninvestitionen für 2026 im Fokus
NAch zuvor schon elf Handelstagen tendiert die Meta Platforms-Aktie erneut nach unten: Im NASDAQ-Handel am Mittwoch verliert der Anteilsschein zeitweise 1,16 Prozent auf 581,10 US-Dollar und dürfte damit eine der längsten Verlustserien des Jahres fortsetzen. Doch selbst eine Erholung würde wenig an der Frage ändern, die den Kurs seit dem Quartalsbericht belastet: Rechtfertigt das Werbegeschäft die Milliarden, die der Konzern in künstliche Intelligenz pumpt?
Starker Umsatz, schwacher Cashflow
Auslöser der Talfahrt waren die Zahlen zum zweiten Quartal, die Meta vergangene Woche vorlegte. Der Umsatz kletterte auf 60,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Beleg dafür, dass die Werbemaschine läuft. Doch beim Ergebnis kippte die Stimmung: Der verwässerte Gewinn je Aktie fiel auf 6,18 US-Dollar und verfehlte die Analystenerwartung von rund 7,22 US-Dollar deutlich. Besonders negativ aufgenommen wurde der Rückgang des freien Cashflows, er brach von 8,5 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal auf 784 Millionen US-Dollar ein. Die gesamten Kosten und Aufwendungen schnellten um 55 Prozent auf gut 42 Milliarden US-Dollar nach oben.
Meta-Aktie: Anleger warten auf den Nachweis der KI-Rendite
Den größten Nerv trifft die Investitionsoffensive. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen um 67 Prozent auf 21,7 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Meta nun mit 130 bis 145 Milliarden US-Dollar an Investitionen und hob damit die Unterkante der bisherigen Spanne von 125 Milliarden US-Dollar an. Eine Prognose für 2027 blieb aus, was die Sorge vor einer weiteren Eskalation der Ausgaben kaum dämpft. Konzernchef Mark Zuckerberg nannte die Frage nach der Rendite dieser Milliarden vor Analysten eine "sehr technische Frage".
Anders als die Rivalen fehlt ein Ertragskanal
Meta ist mit dem KI-Wettrüsten nicht allein. Alphabet, Amazon und Microsoft dürften 2026 sogar noch mehr ausgeben. Der Unterschied liegt im Geschäftsmodell: Die drei Rivalen verdienen mit ihren Cloud-Sparten unmittelbar an der Rechenleistung. Meta erzielt bislang kaum nennenswerte Erlöse aus dem externen Verkauf von KI-Rechenleistung oder KI-Diensten und zieht seine Erlöse fast vollständig aus Werbung. Ganz ohne Wirkung bleibt die KI-Offensive im Kerngeschäft aber nicht: Die Zahl der ausgespielten Werbeanzeigen legte im Quartal um 14 Prozent zu, der durchschnittliche Preis je Anzeige um 12 Prozent, jeweils gegenüber dem Vorjahr. Meta führt diese Verbesserungen auf seine KI-gestützten Werbewerkzeuge zurück.
Anleger dürften im laufenden Quartal verstärkt darauf achten, ob sich die Wette auszahlt. Für das dritte Quartal stellt Meta einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Anleger achten dann vor allem darauf, ob sich der freie Cashflow stabilisiert und ob das Management endlich eine Investitionsplanung für 2027 vorlegt.
Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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