KI-Euphorie

Doximity-Aktie schießt um 60 Prozent hoch: KI-Kommentar lässt schwache Zahlen vergessen


Doximity-Aktie schießt um 60 Prozent hoch: KI-Kommentar lässt schwache Zahlen vergessen

Ein verfehltes Gewinnziel und trotzdem ein kräftiger Kurssprung: Bei Doximity dreht sich am Freitag alles um ein Detail zur klinischen KI.

  • Doximity-Aktie schießt hoch
  • Zahlen verfehlen jedoch Erwartungen
  • CEO Jeff Tangney befeuert den Kurs mit Aussagen zur klinischen KI-Strategie
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Die Doximity-Aktie schießt am Freitag im NYSE-Handel zeitweise um 47,14 Prozent auf 30,40 US-Dollar nach oben, an der Spitze waren es im vorbörslichen Handel zwischenzeitlich sogar mehr als 200 Prozent. Dabei hat das auf die Vernetzung von Ärzten spezialisierte Unternehmen die Gewinnerwartungen der Wall Street eigentlich verpasst. Wie Barron's berichtet, blenden Anleger die schwächeren Zahlen zunächst komplett aus und reagieren stattdessen auf einen Kommentar von Vorstandschef Jeff Tangney zur Rolle künstlicher Intelligenz, den er während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen abgab.

Schwache Zahlen trotz Umsatzwachstum

Für das erste Geschäftsquartal weist Doximity einen bereinigten Gewinn von 0,29 US-Dollar pro Aktie aus, während von FactSet befragte Analysten gemäß Barron's im Schnitt 0,30 US-Dollar erwartet hatten. Der Umsatz legt im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 156,6 Millionen US-Dollar zu und übertrifft damit die Konsensschätzung von 151,8 Millionen US-Dollar. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 170 und 171 Millionen US-Dollar in Aussicht, was laut Barron's knapp unter den Erwartungen der Analysten liegt. Insgesamt liefert Doximity damit ein gemischtes Bild: Der Umsatz wächst solide und über den Erwartungen, doch sowohl beim Gewinn als auch beim Ausblick verpasst der Konzern die Messlatte des Marktes knapp.

CEO Tangney: KI als neues Kapitel

Bis zur Telefonkonferenz hat sich an der Aktie kaum etwas bewegt, doch dann hat Vorstandschef Jeff Tangney das Thema künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt gerückt. "Wir gehen hier voll rein, denn wir sehen eine einmalige Chance, das neue KI-Zeitalter der Medizin zu gestalten", erklärte der Doximity-Chef. Tangney betont zudem, dass der Softwarekonzern trotz hoher Investitionen in klinische KI weiterhin Margen auf Höhe der besten Software-Anbieter der Branche ausweisen könne. Für ihn ist die Technologie damit kein Randthema mehr, sondern nach eigener Darstellung das nächste Kapitel im Wachstum der Ärzte-Plattform.

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NYSE-Aktie Doximity im Höhenflug: Doximity Ask schlägt US-Konkurrenz im Uni-Vergleich

Rückenwind erhält die KI-Erzählung durch eine aktuelle Studie von Forschenden der Universitäten Stanford und Harvard, die verschiedene medizinische KI-Werkzeuge miteinander vergleicht. Wie Barron's berichtet, schneidet das firmeneigene Modell Doximity Ask darin besser ab als US-Konkurrenzprodukte, darunter auch Anthropics Fable 5. Zusätzlich verweist Tangney auf die Nutzungszahlen der eigenen KI-Werkzeuge: Bei der Diktierfunktion Scribe sei die Zahl der aktiven Nutzer im Juli im Jahresvergleich auf das Zehnfache gestiegen, auch die Suche über die firmeneigene KI werde deutlich stärker genutzt als noch vor einem Jahr.

Für Beobachter dürfte der Blick nun darauf gerichtet sein, ob sich die aktuelle Kursreaktion hält, wenn mehr Marktteilnehmer die Zahlen einordnen. Entscheidend wird zudem sein, ob Doximity die im Juli beobachtete Beschleunigung bei den KI-Werkzeugen in den kommenden Quartalen auch in Umsatz und Gewinn übersetzen kann, nachdem sowohl die abgelaufene Periode als auch der Ausblick die jeweilige Konsensschätzung knapp verpasst haben.

Bettina Schneider, Evelyn Schmal, Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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