NVIDIA-Zulieferer Foxconn mit starkem Gewinnsprung - Aktie im Blick
Ein Quartalsgewinn von umgerechnet 1,86 Milliarden US-Dollar und ein Umsatzsprung von 41 Prozent werfen ein Schlaglicht auf den weltgrößten Elektronik-Auftragsfertiger.
- Foxconn sieht Vera Rubin als wichtiges Produkt für 2027
- Auftragsfertiger bereitet Vera-Rubin-Massenproduktion vor
- KI-Server stellen erstmals mehr als die Hälfte des Umsatzes
Foxconn hat im zweiten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 59,97 Milliarden Taiwan-Dollar erzielt - umgerechnet rund 1,86 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 35 Prozent zum Vorjahr. Damit übertraf das Ergebnis die Markterwartungen, wozu vor allem die Nachfrage nach KI-Servern für NVIDIA beitrug. Der Konzern bestätigte seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr und rechnet auch für das dritte Quartal mit Rückenwind durch das KI-Geschäft.
Foxconn: KI-Server stellen erstmals über die Hälfte des Umsatzes
Foxconn (offiziell Hon Hai Precision Industry) wies für das abgelaufene Quartal einen konsolidierten Umsatz von 2,53 Billionen Taiwan-Dollar aus. Das entspricht einem Plus von 41 Prozent im Jahresvergleich und 19 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Gewinn je Aktie stieg von 3,19 auf 4,27 Taiwan-Dollar. Erstmals entfielen 51 Prozent des Umsatzes auf Cloud- und Netzwerkprodukte (inklusive der KI-Server). Die Sparte Smart Consumer Electronics, in die die iPhone-Fertigung fällt, kam auf 29 Prozent.
Der Konzern gilt als weltgrößter Elektronik-Auftragsfertiger, wichtigster Serverhersteller für NVIDIA und Hauptzulieferer von Apple. Über die margenschwache Montage von iPhones hinaus hat Foxconn sein Geschäft auf KI-Server, E-Fahrzeuge und Robotik ausgeweitet. Die meisten Apple-Smartphones baut Foxconn weiterhin in China, wogegen die in den USA verkauften Geräte mittlerweile überwiegend aus Indien stammen. Zudem errichtet der Konzern Fabriken in Mexiko und Texas, um dort KI-Server für NVIDIA zu produzieren.
Foxconn-Aktie: Blick auf Vera Rubin und steigende Investitionen
Der rotierende Konzernchef Michael Chiang erklärte bei der Zahlenpräsentation, das KI-Geschäft werde im dritten Quartal weiter zulegen. Zusammen mit der anstehenden Hochsaison im ICT-Bereich in der zweiten Jahreshälfte erwarte man ein deutliches Wachstum zum Vorquartal sowie deutliche Zuwächse zum Vorjahr. Zu den neuen Vera-Rubin-Servern von NVIDIA sagte Chiang, die Vorbereitungen für die Serienfertigung der Racks liefen im dritten Quartal an, die Auslieferungen sollen im vierten Quartal beginnen. 2027 soll Vera Rubin zum wichtigsten Produkt des Konzerns werden.
Zudem hänge der Markt für KI-Server-Racks im Jahr 2027 entscheidend davon ab, wie viel CoWoS-Kapazitäten sich die Chiphersteller sichern können - hier wird ein Kapazitätsaufbau von mehr als 50 Prozent erwartet. Für das Gesamtjahr 2026 plant Foxconn mit einem Investitionsplus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits am 5. August 2026 hatte der Konzern gemeldet, dass der Juli-Umsatz erstmals die Marke von 900 Milliarden Taiwan-Dollar überschritten habe und um 54,2 Prozent auf 946,5 Milliarden Taiwan-Dollar geklettert sei. Neben dem KI-Bereich stützen saisonale Aufträge und höhere Verkaufspreise für neue iPhones und Computer die Entwicklung.
Die Foxconn-Aktie hat den Mittwochshandel an der Börse in Taiwan 0,48 Prozent höher bei 63 Taiwan-Dollar beendet. Auf die Zahlen, die nachbörslich veröffentlicht wurden, konnte sie noch nicht reagieren.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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