KI-Sorgen belasten

Infineon-Aktie Schlusslicht im DAX: Was hinter der fünftägigen Verlustserie steckt


Infineon-Aktie Schlusslicht im DAX: Was hinter der fünftägigen Verlustserie steckt

Der Kursverdoppler des Jahres gerät ins Wanken: Infineon verliert nun schon zum fünften Mal in Folge, ausgerechnet eine Woche vor den Quartalszahlen.

  • Infineon-Aktie ist schwächster Wert im DAX am Mittwoch
  • Vom Rekordhoch bei 88,83 Euro ist der Kurs bereits rund 35 Prozent entfernt
  • Kommende Woche legt Infineon Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres vor
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Die Infineon-Aktie fällt via XETRA zeitweise um kräftige 4,88 Prozent auf 54,95 Euro und hält damit die rote Laterne im DAX am Mittwoch. Für den Münchener Chipkonzern ist es der fünfte Verlusttag in Folge.

Damit setzt sich eine Verkaufswelle fort, die seit rund einer Woche auf dem Papier lastet, nachdem die Aktie über weite Strecken des Jahres zu den größten Gewinnern im Leitindex gehört hatte.

Infineon-Aktie: Vom Überflieger zur grauen Maus

Seit Jahresbeginn steht für die Infineon-Aktie trotz der jüngsten Talfahrt noch ein deutliches Plus von rund 53 Prozent zu Buche (Stand: Schlusskurs vom 28. Juli 2026). Zwischenzeitlich lag der Gewinn sogar bei mehr als 135 Prozent. Getragen wurde diese Rally von der Erwartung, Infineon zähle als Zulieferer für Leistungshalbleiter und Sensorik zu den Hauptprofiteuren des KI-getriebenen Investitionsbooms. Vom Rekordhoch bei 88,83 Euro ist der Kurs inzwischen rund 35 Prozent entfernt. Allein 17 Prozent davon verlor das Papier in den vergangenen vier Handelstagen - ein Ausmaß, das die aktuelle Korrektur von einer gewöhnlichen Verschnaufpause abhebt.

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Mehr als eine punktuelle Reaktion

Auffällig ist, dass sich der Rückzug nicht an einer einzelnen negativen Meldung festmachen lässt, sondern sich über fünf Handelstage zieht. Das spricht eher für eine breitere Neubewertung als für eine punktuelle Reaktion. Anleger scheinen zunehmend zu hinterfragen, ob die im ersten Halbjahr erreichten Kursniveaus die operative Realität von Infineon tatsächlich widerspiegelten oder ob die KI-Fantasie die Bewertung zwischenzeitlich zu weit getrieben hat. Die reine Erzählung vom Chip-Gewinner der KI-Welle gerät damit erstmals seit Längerem unter Druck.

Grund dafür sind unter anderem auch immer wieder aufflammende KI-Sorgen: So machte zuletzt ein Bericht die Runde, nach dem die chinesische Konkurrenz im KI-Wettbewerb an Bedeutung gewinnt und so europäische und amerikanische KI-Profiteure wie Halbleiter- und Chip-Werte unter Druck setzt.

Zahlen als nächster Prüfstein

In der kommenden Woche legt Infineon die Zahlen zum dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres vor. Nach den hohen Vorschusslorbeeren der vergangenen Monate dürfte der Bericht besonders genau daraufhin geprüft werden, ob Auftragseingang und Margenentwicklung die zuvor gefeierte Bewertung weiterhin rechtfertigen. Bestätigt das Management das Wachstumstempo nicht, dürfte die Skepsis der vergangenen Tage weiter Nahrung erhalten.

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Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

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