KI-Strategie

NVIDIA-Aktie: Offenes KI-Modell fordert die Konkurrenz heraus


NVIDIA-Aktie: Offenes KI-Modell fordert die Konkurrenz heraus

Ein KI-Modell mit 30 Milliarden Parametern soll auf einer einzigen Grafikkarte laufen und ist Teil von NVIDIAs Open-Source-Strategie im KI-Wettbewerb.

  • NVIDIA öffnet erstmals eines seiner KI-Modelle vollständig für Entwickler
  • Jensen Huang machte sich zuvor öffentlich für offene Modelle stark
  • Berichte kursieren über ein größeres Nachfolgeprojekt namens Nemotron 4
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NVIDIA hat mit Nemotron 3.5 Lightning das erste Open-Source-KI-Modell seit der medienwirksamen Positionierung von CEO Jensen Huang für offene Modelle veröffentlicht. Das Modell läuft auf einer einzelnen Grafikkarte und richtet sich an Entwickler von KI-Agenten.

Leichtgewichtiges Modell für Agenten-Systeme

Nemotron 3.5 Lightning ist ein offenes Mixture-of-Experts-Modell mit 30 Milliarden Parametern, von denen jeweils 3 Milliarden aktiv genutzt werden. Es wurde für spezialisierte Aufgaben innerhalb größerer Multi-Agenten-Systeme entwickelt und kann lokal auf einer einzelnen GPU laufen, etwa in einem Laptop oder Desktop-PC. Für die Integration hat der Grafikkartenhersteller Partnerschaften mit vLLM, Ollama, llama.cpp, LM Studio und Unsloth geschlossen. Verfügbar ist das Modell über OpenRouter, die eigene Entwicklerplattform build.nvidia.com sowie über Cloud-Partner und Plattformen wie HuggingFace.

Unternehmen wie CrowdStrike, ein Anbieter von Cybersicherheitslösungen, sowie Harvey und CodeRabbit haben das Modell nach Angaben von NVIDIA bereits getestet und angepasst. Ergänzend veröffentlichte der Konzern die Software NeMo Switchyard, die das jeweils kostengünstigste und passendste KI-Modell für eine Aufgabe automatisch auswählt und laut Unternehmensangaben die Kosten für abgeschlossene Aufgaben auf rund ein Drittel des Vergleichswerts von Opus 4.8 senkt.

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Huangs Kurswechsel begann im Juli

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist kein Zufall. Jensen Huang hatte sich Ende Juli erstmals auf der Plattform X öffentlich positioniert und dabei einen Branchenbrief mit dem Titel "Open Weights and American AI Leadership" geteilt, der zunächst von 25 Unternehmen wie Microsoft, Meta, IBM, Dell Technologies, Palantir und Hugging Face mitgezeichnet wurde.

Zuvor hatte Huang im Interview mit Axios erklärt, freie KI eigne sich hervorragend für Hardware, Chips und Rechenzentren. Er äußerte sich damit zur Debatte in Washington um chinesische Modelle wie Kimi K3 von Moonshot AI, die wegen möglicher Sicherheitsrisiken und der Trainingsmethode Destillation Bedenken ausgelöst hatten.

Wenige Tage nach dem Brief gründete NVIDIA gemeinsam mit Microsoft, SpaceX und Palantir die Open Secure AI Alliance, die offene Werkzeuge für KI- und Cybersicherheit entwickeln soll. Auch Meta positionierte sich am Tag der Nemotron-Ankündigung mit einem Manifest von CEO Mark Zuckerberg zugunsten offener KI-Modelle und stellte parallel ein eigenes Coding-Modell namens Muse Spark vor. Für NVIDIA ist die Strategie eng mit dem Kerngeschäft verknüpft: Offene Modelle müssen weiterhin auf Grafikprozessoren laufen, niedrigere Softwarekosten können die Nutzung gegenüber proprietären Anbietern wie OpenAI und Anthropic zusätzlich steigern.

NVIDIA-Aktie: Analysten bleiben optimistisch

Am Kapitalmarkt bleibt die Einschätzung zur NVIDIA-Aktie überwiegend positiv. Von den zuletzt erfassten Analystenstimmen sprechen sich die meisten für einen Kauf der Aktie aus, vereinzelt gibt es neutrale Einstufungen, eine Verkaufsempfehlung liegt nicht vor. Das mittlere Kursziel lag zuletzt bei 309,94 US-Dollar, die Spanne reichte von 250 bis 500 US-Dollar. Bank of America Securities-Analyst Vivek Arya bestätigte am 11. August 2026 eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 350 US-Dollar, RBC Capital-Analyst Srini Pajjuri traute dem Papier am selben Tag 300 US-Dollar zu. Morgan Stanley-Analyst Joseph Moore nannte ein Kursziel von 288 US-Dollar, UBS-Analyst Timothy Arcuri hatte bereits am Montag 280 US-Dollar als Ziel ausgegeben.

Parallel zur Nemotron-Veröffentlichung berichtete Reuters unter Berufung auf The Information, NVIDIA arbeite bereits unter dem Namen Nemotron 4 an einer Modellfamilie mit mindestens einer Billion Parametern, um mit führenden Open-Source-Modellen mithalten zu können. NVIDIA bestätigte laufende Arbeiten an Nemotron 4, ohne die berichteten Details zu verifizieren. Kari Briski, Vice President Generative AI bei NVIDIA, erklärte, das Unternehmen investiere in Nemotron, weil jedes Unternehmen und jedes Land zugängliche offene Modelle benötige, um die Sicherheit zu stärken und Innovation zu beschleunigen.

Wie sich die Nemotron-Strategie auf das Geschäft von NVIDIA auswirkt, dürfte auch bei der Telefonkonferenz zu den Zahlen des zweiten Geschäftsquartals am 26. August 2026 zur Sprache kommen. Ob Nemotron 4 die angekündigte Größenordnung erreicht, zeigt sich mit weiteren Angaben von NVIDIA.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Muhammad Alimaki / Shutterstock.com, Below the Sky / Shutterstock.com

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