Kräftige Erholung

Microsoft-Aktie: Nach der 30-Prozent-Rally sieht Bernstein noch mehr Potenzial


Microsoft-Aktie: Nach der 30-Prozent-Rally sieht Bernstein noch mehr Potenzial

Seit den Quartalszahlen Ende Juli 2026 hat die Microsoft-Aktie kräftig zugelegt, Bernstein-Analyst Mark Moerdler traut ihr noch deutlich mehr zu.

  • Analyst widerspricht der These vom zu aggressiven KI-Ausbau
  • Bewertung liegt trotz der Rally noch unter dem Niveau von vor einem Jahr
  • Milliardeninvestitionen und flexible Verträge sorgen weiter für Diskussionsstoff
Werbung

Die Microsoft-Aktie hat sich seit den Quartalszahlen zum vierten Fiskalquartal Ende Juli 2026 kräftig erholt und liegt damit auf Sicht seit Jahresbeginn wieder im Plus. Bernstein-Analyst Mark Moerdler sieht darin laut MarketWatch erst den Anfang einer größeren Bewegung und hält die Sorge vor einer KI-Überinvestition des Softwarekonzerns für ein Missverständnis.

Bernstein sieht Bewertungslücke bei Microsoft

Der Softwarekonzern Microsoft hat mit den Zahlen zum vierten Fiskalquartal eine Erholung der Aktie ausgelöst, die sich bis in den August 2026 fortsetzte. Moerdler erhöhte sein Kursziel laut Berichten vom Wochenbeginn von 647 auf 660 US-Dollar und bestätigte die Einstufung "Outperform". Damit verbindet er nach eigener Einschätzung ein Aufwärtspotenzial von rund 30 Prozent gegenüber dem damaligen Kursniveau. Trotz der bereits erfolgten Rally handle die Aktie laut Moerdler weiterhin mit einem Abschlag zu ihrer historischen Bewertung. So werde Microsoft mit dem 25-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt (Stand 10. August 2026), vor einem Jahr habe das Multiple noch bei 33 gelegen. Das neue Kursziel impliziere ein Multiple von rund 27, was aus Sicht des Analysten noch Spielraum nach oben lasse.

Investitionen und Leasingverpflichtungen im Blick

Ein zentraler Streitpunkt an den Märkten ist, ob Microsoft seine Rechenzentrumskapazitäten zu aggressiv ausbaut. Moerdler widerspricht dieser Lesart und verweist auf die Struktur der Verträge. Im vierten Fiskalquartal, das am 30. Juni 2026 endete, beliefen sich die Investitionsausgaben inklusive Finance-Leasing auf 41 Milliarden US-Dollar, weniger als von Analysten erwartet. Zum Start des Geschäftsjahres 2027 verlängerte Microsoft zudem die geschätzte Nutzungsdauer seiner Rechenzentren und Bürogebäude von 15 auf 25 Jahre, was langfristig die Kosten senkt. Die künftigen Leasingverpflichtungen stiegen im Geschäftsjahr 2026 zwar um 255 Prozent auf 329,1 Milliarden US-Dollar, verteilen sich laut Bernstein-Berechnung aber über den Zeitraum 2027 bis 2033 und ergeben daraus nur ein Wachstum der langfristigen Leasingkosten im mittleren Zehnprozentbereich. Viele Verträge enthielten außerdem Kündigungsklauseln, falls geplante Bauprojekte nicht umgesetzt würden.

Werbung

Flexibilität bei Chip-Bestellungen als Absicherung

Auch bei der Hardware-Beschaffung habe sich Microsoft laut Moerdler Flexibilität verschafft. Für das Geschäftsjahr 2027 bestehen Abnahmeverpflichtungen von insgesamt 169 Milliarden US-Dollar für Chips, Stromverträge, Kühlsysteme und weitere KI-Infrastruktur, für das Geschäftsjahr 2028 und die Folgejahre liegen die entsprechenden Verpflichtungen dagegen nur noch bei 25 Milliarden US-Dollar. Sollte sich die Sorge vor einer KI-Blase bewahrheiten, bliebe Microsoft dem Analysten zufolge zwar auf seinen Rechenzentren sitzen, nicht aber auf der deutlich teureren KI-spezifischen Hardware. Die Rechenzentren seien zudem sowohl für KI- als auch für klassische Cloud-Workloads nutzbar. Bernstein schätzt, dass künstliche Intelligenz im Geschäftsjahr 2026 rund 17 Prozent des Commercial-Cloud-Umsatzes ausmachte, während das klassische Cloud-Geschäft weiterhin ein bedeutender Wachstumstreiber bleibe.

An der NASDAQ notiert die Microsoft-Aktie zeitweise mit einem Plus von 0,93 Prozent bei 497,03 US-Dollar.

Ob sich die von Bernstein skizzierte Bewertungslücke tatsächlich schließt, dürfte sich mit dem nächsten Quartalsbericht zeigen, der nach vorläufigem Kalender für den 27. Oktober vorgesehen, aber noch nicht offiziell bestätigt ist. Bis dahin bleibt die Debatte um Microsofts KI-Investitionstempo und die Abhängigkeit von OpenAI ein zentraler Beobachtungspunkt für Anleger.

Werbung

Thomas Zoller, Evelyn Schmal, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: James Marvin Phelps / Shutterstock.com, Ken Wolter / Shutterstock.com

Werbung

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.