Kreditwirtschaft dringt auf Anpassungen im Unternehmenssteuerrecht


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Kreditwirtschaft hat auf einem Steuersymposium mit Steuer- und Finanzpolitikern strukturelle Anpassungen im Unternehmenssteuerrecht gefordert. "Blicken wir nach vorn, stehen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft vor einer großen Herausforderung, geprägt beispielsweise durch Klimawandel, Geopolitik und dem rasanten technologischen Wandel. Damit es gelingt, den Wohlstand hierzulande auch für die künftigen Generationen zu wahren, gehören auch steuerpolitische Veränderungen zwingend auf die Tagesordnung", forderte das Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Daniel Quinten.

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"Wir brauchen strukturelle Anpassungen im Unternehmenssteuerrecht", mahnte er. Der unsichere ökonomische Ausblick erfordere schnelles und zielgenaues Handeln, damit die wirtschaftliche Substanz Deutschlands erhalten bleibe und die ökologische Transformation gelinge. Dabei müssten parallel zur Einführung der internationalen Mindestbesteuerung die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Regelungen neu bewertet und die erforderlichen Anpassungen in Angriff genommen werden.

"Die steuerliche Verlustverrechnung sollte dauerhaft ausgeweitet werden - auf mindestens fünf Jahre mit unbegrenztem Rücktragsvolumen", verlangte Quinten zudem laut einer Mitteilung des Dachverbandes Deutsche Kreditwirtschaft, dessen Federführung derzeit beim BVR liegt. Dadurch werde den Unternehmen die dringend benötigte Liquidität verschafft und zugleich der Bestand von in Not geratenen, insbesondere mittelständischen und familiengeführten Betrieben gesichert. Auch bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Zukunftsinvestitionen beschleunigten die Transformation und die Digitalisierung von kleinen wie großen Unternehmen.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

(END) Dow Jones Newswires

April 24, 2023 04:44 ET (08:44 GMT)