Kurswechsel

Energiekontor-Aktie stürzt ab: Gewinnziel für 2026 drastisch gesenkt


Energiekontor-Aktie stürzt ab: Gewinnziel für 2026 drastisch gesenkt

Der Entwickler und Betreiber von Wind- und Solarparks Energiekontor hat am Donnerstagabend das am Morgen mit dem Halbjahresbericht noch bestätigte Gewinnziel für 2026 gesenkt.

Grund für die kurzfristige Senkung seien deutlich spätere Netzanschlusstermine mehrerer schottischer Windparkprojekte und daraus resultierende Auswirkungen auf bisher vorgesehene ergebnisrelevante Projektverkäufe, teilte das Unternehmen am Abend in Bremen mit. Zwei der drei betroffenen Projekte seien zentraler Bestandteil der Prognose gewesen. Der Abwärtstrend seit Mitte Mai setzt sich damit beschleunigt fort: Damals hatte ein Anteilsschein noch mehr als 50 Euro gekostet. Nun wurde das Tief von Mitte März bei gut 30 Euro durchbrochen. Zuletzt kostete eine Aktie 27,40 Euro. Seit dem Jahreswechsel steht ein Abschlag von rund einem Viertel zu Buche.

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Energiekontor erwartet 2026 nun nur noch ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 5 bis 10 Millionen Euro. Noch am Donnerstagmorgen war das alte Ziel von 40 bis 60 Millionen bestätigt worden. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten rund 50 Millionen erwartet.

Entgegen der im Halbjahresbericht bestätigten Ergebnisprognose haben sich im Nachgang zu dessen Veröffentlichung neue Entwicklungen bei den Netzanschlussterminen mehrerer schottischer Windparkprojekte ergeben, hieß es weiter. Infolge der nun deutlich späteren Netzanschlusstermine sei aus heutiger Sicht nicht mehr davon auszugehen, dass die ursprünglich geplanten Ergebnisbeiträge aus den vorgesehenen Projektverkäufen im Geschäftsjahr 2026 realisiert werden könnten. Aktuell sei eher von einer Ergebnisverschiebung ins nächste Geschäftsjahr auszugehen.

Demnach realisieren sich die bislang für 2029 vorgesehenen Netzanschlusstermine für drei schottische Windparkprojekte erst 2031. Grund ist laut dem Unternehmen ein laufendes Rechtsverfahren gegen die an den Netzbetreiber (Scottish Power Transmission) erteilte Genehmigung für den Bau einer für den Netzanschluss erforderlichen Überlandleitung. Eine gerichtliche Klärung wird in der ersten Jahreshälfte 2027 erwartet, bis dahin können die erforderlichen Arbeiten aber nicht fortgeführt werden.

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Energiekontor wurde 1990 gegründet und ging im Jahr 2000 an die Börse. Seit 2022 sind die Aktien im SDAX gelistet. Über die Hälfte der Papiere befindet sich in den Händen der beiden Gründer. Die Bremer Firma beschäftigt 260 Angestellte.

So reagiert die Energiekontor-Aktie

Eine überraschende Gewinnwarnung hat die Aktien von Energiekontor am Freitag auf Talfahrt geschickt. Die nachbörsliche Veröffentlichung am Vortag nur wenige Stunden nach Vorlage des Halbjahresberichts nannte Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank ein "extrem unglückliches Timing", das schwer nachvollziehbar sei.

Schon die am Donnerstag publizierten Geschäftszahlen hatten dem Entwickler und Betreiber von Wind- und Solarparks einen Kursrutsch von knapp 7 Prozent eingebrockt. Am Freitag büßen die Titel zeitweise weitere 15,68 Prozent auf 27,17 Euro ein und waren abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDAX. Sie sackten damit zudem unter die Chartunterstützung bei 30 Euro ab, die im März und im November noch gehalten hatte, und markierten den tiefsten Stand seit 6 Jahren. Im bisherigen Jahresverlauf steht nun ein Minus von rund 23 Prozent zu Buche.

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Energiekontor hatte am Donnerstagmorgen sein Jahresziel eines Ergebnisses vor Steuern (EBT) von 40 bis 60 Millionen Euro noch bestätigt - Analysten hatten mit rund 50 Millionen Euro gerechnet. Die kalte Dusche für Experten und Anleger kam dann nach Handelsende mit einer massiven Prognosesenkung auf nur noch 5 bis 10 Millionen Euro. Dies zeige, "wie schwierig planbar das Projektentwicklungsgeschäft im Bereich Onshore-Wind ist", konstatierte DZ-Experte Reigber.

Als Grund nannte das Unternehmen deutlich spätere Netzanschlusstermine mehrerer schottischer Windparkprojekte und daraus resultierende Auswirkungen auf bisher vorgesehene ergebnisrelevante Projektverkäufe. Zwei der drei betroffenen Projekte seien zentraler Bestandteil der Prognose gewesen. Aktuell sei eher von einer Ergebnisverschiebung ins nächste Geschäftsjahr auszugehen.

In Reaktion auf die Unternehmensaussagen stellte Analyst Philipp Kaiser von Warburg Research seine Kaufempfehlung für die Aktie sowie das Kursziel von 77 Euro auf den Prüfstand. Er betonte zwar, dass die Verzögerungen eher wettbewerbsrechtliche als operative Gründe hätten. Doch die Frage sei nun, wie viel von dem aufgeschobenen Ergebnisbeitrag letztlich erhalten bleibe. Dies sowie andere Fragen - wie etwa der Einfluss der Verschiebung auf die Preisgestaltung - könnten derzeit noch nicht beantwortet werden.

Energiekontor hatte am Donnerstagabend auf ein laufendes Rechtsverfahren gegen die an den Netzbetreiber Scottish Power Transmission erteilte Genehmigung für den Bau einer für den Netzanschluss erforderlichen Überlandleitung verwiesen. Eine gerichtliche Klärung wird in der ersten Jahreshälfte 2027 erwartet. Bis dahin können die erforderlichen Arbeiten nicht fortgeführt werden.

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BREMEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Energiekontor AG

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