Leichter Anstieg der Steuereinnahmen im Januar


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die deutschen Steuereinnahmen sind im Januar um 0,8 Prozent gestiegen, nachdem sie im Vormonat noch gesunken waren. Das gab das Bundesfinanzministerium in seinem Monatsbericht bekannt. "Der Anstieg war auf ein Plus von 2,1 Prozent bei den Gemeinschaftsteuern zurückzuführen", erklärte das Ministerium. "Die Einnahmen aus den beiden aufkommensstärksten Steuerarten, der Lohnsteuer sowie den Steuern vom Umsatz, verzeichneten erhebliche Zuwächse." Gegenübergestanden hätten dem Aufkommensrückgänge bei den übrigen Gemeinschaftsteuern, im Wesentlichen bei der Körperschaftsteuer, den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag sowie der Abgeltungssteuer auf Zins- und Veräußerungserlöse.

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Der Bund verbuchte im Januar um 7,3 Prozent mehr an Steuereinnahmen und erreichte ein Aufkommen von 23,5 Milliarden Euro. Die Länder nahmen mit 28,1 Milliarden Euro hingegen um 0,8 Prozent weniger an Steuern ein. Insgesamt belief sich das Steueraufkommen im Januar auf rund 58,0 Milliarden Euro. Im Dezember 2022 waren die Steuereinnahmen noch um 2,4 Prozent gestiegen. Im gesamten abgelaufenen Jahr hatten sie um 7,1 Prozent zugelegt.

Für die weitere Konjunkturentwicklung erklärten die Ökonomen des Ministeriums, kurzfristig sei aufgrund vorliegender Frühindikatoren sowie der anhaltend hohen Inflation, die im Januar nach vorläufiger Schätzung des Statistischen Bundesamts 8,7 Prozent betragen habe, "weiterhin von einer gedämpften konjunkturellen Entwicklung auszugehen".

Für den weiteren Jahresverlauf gingen aktuelle Konjunkturprognosen grundsätzlich davon aus, dass die wirtschaftliche Dynamik "nach einem schwierigen Winterhalbjahr wieder sukzessive an Fahrt" gewinne, wenn sich die derzeit noch hohe Inflationsdynamik abschwäche, die Impulse aus den fiskalischen Stabilisierungsmaßnahmen wirkten, Lieferengpässe weiter nachließen und die Weltwirtschaft wieder etwas an Tempo aufnehme. "Der Ausblick bleibt aber mit hoher Unsicherheit behaftet", betonte das Ministerium.

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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Schlussquartal 2022 rückläufig gewesen, hoben die Ökonomen hervor. "Angesichts der sehr hohen Inflationsraten und Energiepreise und der damit verbundenen Kaufkrafteinbußen ging vom privaten Konsum, der das BIP im Jahresverlauf bisher merklich gestützt hatte, ein negativer Impuls aus."

Im Dezember habe es darüber hinaus Rücksetzer bei der Industrieproduktion und im Außenhandel gegeben. Hier dürfte sich auch die gedämpfte weltwirtschaftliche Entwicklung bemerkbar gemacht haben. Der Arbeitsmarkt habe sich dagegen zum Start ins Jahr 2023 gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Belastungen weiterhin robust gezeigt.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/smh

(END) Dow Jones Newswires

February 20, 2023 18:00 ET (23:00 GMT)