Markanter Kurssprung

Stabilus-Aktie unter Druck: Finanzvorstand geht - Konzernchef übernimmt übergangsweise


Stabilus-Aktie unter Druck: Finanzvorstand geht - Konzernchef übernimmt übergangsweise

Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus muss sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Phase erneut einen neuen Finanzvorstand suchen.

Andreas Jaeger habe den Aufsichtsrat gebeten, seinen Vertrag aus persönlichen Gründen vorzeitig aufzulösen, teilte das Unternehmen am Freitag in Koblenz mit. Das Gremium sei dieser Bitte "mit Bedauern und im gegenseitigen Einvernehmen" nachgekommen. Jaeger habe sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Die Aktie ging am Montag auf Talfahrt.

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Das seit Jahren schwächelnde Papier rutschte im Nebenwertesegment SDAX zuletzt um gut 6 Prozent ab. Damit wurde die Erholung der letzten Wochen abrupt gestoppt. Möglicherweise weckte der Abgang auch schlechte Erinnerungen: Bereits Ende Februar vergangenen Jahres hatte der Vorgänger von Jaeger, Stefan Bauerreis, aus persönlichen Gründen um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten. Jaeger hatte das Amt des Finanzvorstandes erst im November 2025 übernommen.

Die Verantwortung für das Finanzressort übernimmt bis zur Neubesetzung erneut interimistisch der Vorstandsvorsitzende Michael Büchsner, wie Stabilus weiter mitteilte. Er werde dabei operativ von dem erfahrenen Finanzmanager Thomas Kresser unterstützt. Für die dauerhafte Wiederbesetzung der Position hat der Aufsichtsrat den Angaben zufolge einen Auswahlprozess eingeleitet.

Stabilus kämpft mit einer schwachen Autokonjunktur und einer gesunkenen Nachfrage. Viele der Hersteller haben mit einem starken Absatzrückgang zu kämpfen - auch wegen einer schwachen Nachfrage auf dem wichtigen chinesischen Markt. Das Unternehmen war daher erst Ende Juli vorsichtiger für das laufende Geschäftsjahr geworden. Stabilus stellt unter anderem Gasdruckfedern und elektromechanische Antriebe für Kofferraumklappen her.

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Stabilus-Erholung bekommt kräftigen Rückschlag - Finanzchef weg

Die Aktien von Stabilus orientieren sich am Montag wieder abwärts in Richtung des jüngsten Rekordtiefs. Eine Erholung um fast ein Drittel, die es binnen zwei Wochen gegeben hatte, erhielt einen kräftigen Rückschlag: Am Morgen wurden die Aktien bis zu 7 Prozent unter ihrem Xetra-Schlusskurs vom Freitag gehandelt. Der Grund: Finanzchef Andreas Jaeger hatte um eine sofortige Auflösung seines Vertrags gebeten. Dies verunsicherte die Anleger. Zuletzt notierte im Nebenwerteindex SDAX Aktie gibt via XETRA zeitweise um 8,85 Prozent auf 15,66 Euro nach.

Der Aufsichtsrat kam der Bitte Jaegers "mit Bedauern und im gegenseitigen Einvernehmen" nach. Nach weniger als einem Jahr Amtszeit hinterlässt der Manager damit vorübergehend wieder ein Vakuum in der Führungsriege. Die Verantwortung für das Finanzressort übernehme bis zur Neubesetzung interimistisch der Vorstandsvorsitzende Michael Büchsner, hieß es. Jaeger hatte seinen Job erst am 1. November 2025 angetreten.

Ein Börsianer zeigt sich am Morgen überrascht und enttäuscht. Sein Eindruck sei gewesen, dass Jaeger in seiner kurzen Amtszeit dazu beigetragen habe, die finanzielle Entwicklung zu stabilisieren. Ein weiterer Händler sieht darin eine Wiederholung einer ähnlichen Situation im Februar 2025, als Jaegers Vorgänger Stefan Bauerreis um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten hatte. Schon damals hatte Firmenchef Büchsner das Aufgabengebiet kommissarisch mit übernommen.

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Die Zeiten für die Stabilus-Anleger bleiben damit von Unsicherheit geprägt. Im Juli hatte das Unternehmen seine Prognosen eingeengt und den Kurs im Anschluss mit 13,18 Euro auf ein Rekordtief gedrückt. Hoffnungsschimmer gab es anschließend mit einer vermeldeten Kooperation im Robotik-Bereich und einer Kaufempfehlung des Analysehauses MWB. Diese trugen in der Zwischenzeit zur Erholungsrally bei.

Das Rekordhoch von Stabilus liegt mit 89,35 Euro viele Jahre zurück. Anfang 2024 wurden noch Kurse jenseits der 60 Euro bezahlt. Kleinere Schwankungen außen vor gelassen, befinden sich die Aktien seither auf steiler Talfahrt. Auch die zuletzt deutliche Erholung konnte den seit zwei Jahren bestehenden Abwärtstrend nicht brechen.

KOBLENZ (dpa-AFX)

Bildquellen: Stabilus

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