Microsoft vor Klagefrist

Microsoft-Aktie nach Kursrally vor wichtigem Termin in neuer Handelswoche


Microsoft-Aktie nach Kursrally vor wichtigem Termin in neuer Handelswoche

Nach einer kräftigen Kursrally rückt für Microsoft-Anleger eine juristische Frist ins Blickfeld.

  • Analysten überbieten sich mit Kurszielen für Microsoft nach starken Zahlen
  • Eine Sammelklage wegen Copilot-Problemen steuert auf einen Stichtag zu
  • Ein Insiderverkauf des Marketingchefs fällt mitten in die heiße Phase
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Die Microsoft-Aktie hat nach den Zahlen zum vierten Fiskalquartal 2026 eine kräftige Rally hingelegt und steht nun vor einem wichtigen Termin: Am 11. August 2026 endet die Frist, um sich als Hauptkläger in einer Sammelklage gegen den Konzern zu bewerben. Die Klage wirft Microsoft vor, Probleme der Copilot-Produktfamilie verschwiegen zu haben.

Parallel bleibt die Analystenstimmung an der Wall Street überwiegend positiv.

Rally nach Rekordquartal

Die Microsoft-Aktie legte an der NASDAQ auf Monatssicht bis zum Freitag rund 28 Prozent zu. Auslöser waren die Ende Juli vorgelegten Zahlen zum vierten Geschäftsquartal 2026: Der Umsatz kletterte auf 90,0 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 18 Prozent, während der Nettogewinn nach US-GAAP um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden US-Dollar zulegte. Anleger nahmen die Zahlen zum Anlass, sich kräftig mit Anteilsscheinen des Unternehmens einzudecken.

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Treiber der Zahlen war die Cloud-Sparte Azure, die im Schlussquartal um 43 Prozent wuchs. Der Umsatz des Segments Intelligent Cloud stieg auf 39,3 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 32 Prozent, und die kommerzielle Auftragsreserve legte um 84 Prozent auf 678 Milliarden US-Dollar zu. Vorstandschef Satya Nadella erklärte, Azure habe im Geschäftsjahr erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar Umsatz überschritten und Microsoft 365 Copilot mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer erreicht. Zum Ergebnis trugen zudem Sondereffekte von insgesamt 0,27 US-Dollar je Aktie bei, darunter ein Bewertungsgewinn von 3,2 Milliarden US-Dollar aus der Beteiligung an Anthropic.

Sammelklage wegen Copilot-Vorwürfen

Nun steht die Microsoft-Aktie in der kommenden Woche vor ihrer nächsten Bewährungsprobe: Vor dem US-Bezirksgericht für den Westlichen Bezirk von Washington in Seattle läuft unter dem Aktenzeichen 26-cv-02071 die Sammelklage City of St. Clair Shores Police and Fire Retirement System gegen Microsoft. Anträge auf die Rolle des Hauptklägers müssen bis zum 11. August eingereicht werden.

Die Klage vertritt Käufer von Microsoft-Stammaktien zwischen dem 1. Mai 2025 und dem 28. Januar 2026 - jenem Tag, an dem ein steiler Kurssturz den Zeitraum beendete - und wirft dem Konzern sowie namentlich benannten Führungskräften vor, gegen den Securities Exchange Act von 1934 verstoßen zu haben, weil Probleme der Copilot-Produktfamilie bei Markenpositionierung, Nutzererfahrung und Interoperabilität sowie ein im Benchmark-Vergleich schwaches KI-Modell verschwiegen worden seien.

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Analystenlager bleibt bei Microsoft optimistisch

Trotz der laufenden Klage überwiegen an der Wall Street positive Einschätzungen zur Microsoft-Aktie. Citi bestätigte zuletzt die Einstufung "Buy" und hob das Kursziel von 570 auf 600 US-Dollar an. Goldman-Sachs-Analystin Gabriela Borges sieht das Kursziel für die Microsoft-Aktie bei 640 US-Dollar, RBC Capital Markets traut dem Anteilsschein ebenfalls einen Sprung bis auf 640 US-Dollar zu.

Damit hätte die Aktie, die am Freitag bei rund 500 US-Dollar geschlossen hatte, noch enormes Aufwärtspotenzial, trotz der bereits erfolgten Kursgewinne in den vergangenen Wochen.

Ob die Frist zur Ernennung eines Hauptklägers am 11. August 2026 weitere Kanzleien oder Anleger auf den Plan ruft, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: James Marvin Phelps / Shutterstock.com, Peteri / Shutterstock.com

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