Milliardendeal

DSM-Firmenich-Aktie schwächer: Geschäft mit Tierernährung soll verkauft werden


DSM-Firmenich-Aktie schwächer: Geschäft mit Tierernährung soll verkauft werden

Der Aromen- und Riechstoffkonzern DSM-Firmenich will sich von seinem Geschäft mit Tierernährung und -gesundheit trennen.

Dieses soll für 2,2 Milliarden Euro mehrheitlich an den Finanzinvestor CVC verkauft werden, teilte der schweizerisch-niederländische Konzern am Montag mit. DSM-Firmenich will aber einen Anteil von 20 Prozent an seiner Sparte Animal Nutrition & Health (ANH) behalten. DSM-Firmenich erzielte eigenen Angaben zufolge in dem Geschäftsbereich 2025 einen Umsatz von rund 3,5 Milliarden Euro und beschäftigte dort rund 8.000 Mitarbeiter. Die Transaktion soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

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Mit dem Verkauf des Geschäfts konzentriert sich das Unternehmen nun vollständig auf das Verbrauchergeschäft in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Beauty. Erst im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen den Geschäftsbereich "Feed Enzymes" an das dänische Biotechnologieunternehmen Novonesis für 1,5 Milliarden Euro veräußert.

Auch der deutsche Konkurrent Symrise will sich von einem Unternehmensteil trennen. Der Duft- und Geschmacksstoffhersteller aus Holzminden kündigte erst jüngst an, sein Terpen-Geschäft verkaufen zu wollen.

So reagieren die Aktien

Bei Anlegern europäischer Aromen- und Duftstoffherstellern kommt der von DSM Firmenich angekündigte Verkauf des Tierernährungs- und Tiergesundheitsgeschäfts schlecht an. Die Titel des schweizerisch-niederländischen Konzerns sackten am Montag in Amsterdam zeitweise um 4,31 Prozent ab auf 67,48 Euro. Das Unternehmen verkauft die Sparte für 2,2 Milliarden Euro mehrheitlich an den Finanzinvestor CVC. Dies strahlte negativ ab auf Symrise und Givaudan mit Abschlägen von bis zu einem Prozent.

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Der Verkaufswille für die Sparte, die mit billiger Konkurrenz aus China kämpft, war schon bekannt. "Auf den ersten Blick ist unklar, ob dies der Kurstreiber ist, auf den Investoren so lange gewartet haben", äußerte sich Analyst Sebastian Satz von der Citigroup skeptisch zu den Neuigkeiten. Der Ausstieg sei nicht so klar wie erhofft, schrieb er auch mit Blick darauf, dass DSM ein Fünftel der Geschäftsanteile behält. Der Deal sei außerdem komplex strukturiert.

Andere Analysten hinterfragten die Bewertung: Wim Hoste vom belgischen Finanzhaus KBC schrieb, er habe den Gesamtwert eigentlich auf drei Milliarden Euro geschätzt. Sein Kollege Chris Counihan von Jefferies sprach von aufkommenden Zweifeln auch wegen des zunächst nur 0,6 Milliarden großen Barerlöses und der Struktur mit erfolgsabhängigen Zahlungen.

Alex Sloane von der Barclays Research erwähnte zwar die Fortschritte positiv, nachdem der Verkaufsprozess mit zwei Jahren deutlich länger gedauert habe als ursprünglich gedacht. Für eine Neubewertung müsse DSM nun aber operativ wieder in Schwung kommen. Enttäuscht zeigte er sich auch von angekündigten Aktienrückkäufen. Deren Summe sei mit 0,5 Milliarden Euro kleiner als seine bisherige Annahme von einer Milliarde, schrieb Sloane.

/mne/niw/stk

KAISERAUGST (dpa-AFX)

Bildquellen: dsm-firmenich, dsm-firmenich

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