Diesel-Rechtsstreit in Großbritannien: Entlastung für die Mercedes-Benz-Aktie nach Gerichtsurteil?
Mehrere große Autohersteller haben im Rechtsstreit um illegale Abschalteinrichtungen in Großbritannien einen juristischen Sieg errungen.
Der High Court of England and Wales erklärte am Freitag, es habe "die meisten der wesentlichen Vorwürfe gegen die Hersteller, deren Fahrzeuge im Prozess untersucht wurden, zurückgewiesen". Die Sammelklage war von 1,6 Millionen Klägern gegen die Hersteller Ford, Peugeot sowie Citroën, Renault , Nissan und Mercedes-Benz eingereicht worden.
Die Kläger behaupteten, dass bestimmte von den Beklagten hergestellte Dieselfahrzeuge mit verbotenen Abschaltvorrichtungen ausgestattet seien, die die Wirksamkeit der Emissionskontrollsysteme außerhalb der behördlichen Tests verringern, was zu höheren Emissionen schädlicher Stickoxide im normalen Fahrbetrieb führe.
Renault begrüßte die Entscheidung. "[Sie] steht voll und ganz im Einklang mit unserer langjährigen Position, dass unsere Fahrzeuge in Übereinstimmung mit allen geltenden gesetzlichen Anforderungen entwickelt, konstruiert und hergestellt wurden und werden", erklärte der Autohersteller.
Die anderen Beklagten reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme zu dem Urteil.
Ein weiteres Verfahren soll im Oktober stattfinden, um "die Folgen etwaiger einklagbarer Verstöße sowie Fragen im Zusammenhang mit Schadensersatz oder anderen Rechtsmitteln zu klären", so das Gericht.
Mercedes-Chef: Ungarisches Werk setzt Maßstäbe bei Kosten
Mercedes-Chef Ola Källenius hat das Werk im ungarischen Kecskemet als Schlüsselstandort hervorgehoben. Der weltweite Wettbewerb werde immer härter - sowohl in technologischer Hinsicht als auch in Bezug auf Kosten, Geschwindigkeit und Qualität, sagte der Manager bei der Eröffnung der Werkserweiterung. Fabriken wie die in Kecskemet seien ein Wettbewerbsvorteil und ein kraftvoller Beweis, dass höchste Qualität und höchste Kosteneffizienz miteinander einhergehen können. Die Fabrikkosten setzten Maßstäbe in Europa.
Mercedes will den Anteil der Produktion in europäischen Niedriglohnländern in den nächsten Jahren von 15 auf 30 Prozent verdoppeln. Die Produktionskosten in Ungarn liegen nach früheren Angaben von Finanzchef Harald Wilhelm rund 70 Prozent unter dem deutschen Niveau.
Größtes Autowerk in Ungarn
Zur Eröffnung war auch der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar gekommen. Kecskemet liegt gut 80 Kilometer südöstlich von Budapest. Der Konzern hat den Standort, an dem seit 2012 Fahrzeuge gefertigt werden, kräftig ausgebaut. Es handelt sich demnach nun um die größte Autofabrik des Landes. Mit einer potenziellen Jahreskapazität von bis zu 400.000 Fahrzeugen wäre Kecskemet künftig aber auch die größte Mercedes-Fabrik Europas.
Für rund eine Milliarde Euro entstanden in der Provinzstadt unter anderem zwei neue Hallen für Karosserie- und Montagelinien. Zusätzlich wurden ein zweites Presswerk, eine neue Lackiererei sowie eine Batteriemontage errichtet.
Produktionsbeginn für elektrische C-Klasse
Produziert werden in Kecskemet bereits die A-Klasse und der SUV GLB. Nun kommt die elektrische C-Klasse dazu. Damit wird in dem Werk erstmals ein Modell aus dem Volumen-Segment (Core) hergestellt. Der Konzern setzt den Angaben nach auf ein zweigleisiges Fertigungskonzept: In der bestehenden Halle laufen Verbrenner- und Elektrofahrzeuge flexibel auf einer Linie, die neue Halle ist auf vollelektrische Modelle ausgelegt. Eine kompaktere Version der G-Klasse soll künftig ausschließlich in Ungarn gebaut werden. Und auch der GLC könnte in dem Werk vom Band laufen.
Im XETRA-Handel geht es für das Papier am Montag 1,06 Prozent auf 44,46 Euro nach oben.
DOW JONES / KECSKEMET (dpa-AFX)
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