SpaceX-Aktie im Blick: Bill Ackman sieht nahezu ein Monopol bei Starlink, bleibt aber skeptisch
Bill Ackman traut Starlink nahezu eine Monopolstellung zu, doch bei der Bewertung der SpaceX-Aktie zieht der Starinvestor eine klare Grenze.
- Ackman sieht bei Starlinks Satelliteninternet nahezu ein Monopol
- Bewertung der SpaceX-Aktie schreckt Ackman ab
- Pershing Square vermisst die nötige Prognosesicherheit für ein Investment
Die SpaceX-Aktie verlor am Freitag im Handel an der NASDAQ 3,41 Prozent auf 108,37 US-Dollar. Im Fokus standen Aussagen von Starinvestor Bill Ackman, der sich öffentlich zu Starlink geäußert hat. Der Chef von Pershing Square Capital Management bezeichnet das Geschäft von SpaceX mit Satelliteninternet im Podcast "Money Rehab with Nicole Lapin" von Money News Network als "nahezu ein Monopol". Zudem verwies er auf die an der Wall Street verbreitete Faustregel, niemals gegen Elon Musk zu wetten. Trotz des Lobs für Musk und Starlink kauft Ackman die Aktie derzeit nach eigenen Worten nicht.
Ackman sieht kaum Konkurrenz für Starlink
Ackman ordnet dem Geschäft von Starlink im globalen Satelliteninternet eine Marktstellung zu, die kaum eine andere Adresse in der Branche erreicht. Diese Einschätzung passt zur öffentlichen Wahrnehmung von SpaceX als Vorreiter im Orbit, seit das Unternehmen mit tausenden Satelliten Millionen Kunden weltweit versorgt. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet ein Investor, der für seine nüchterne Bewertungsdisziplin bekannt ist, diesem Geschäft eine derart dominante Stellung zutraut. Genau diese Kombination aus Anerkennung des Geschäftsmodells und Zurückhaltung beim Einstieg macht Ackmans Aussagen für Anleger interessant.
Die Bewertung der SpaceX-Aktie schreckt selbst Ackman ab
SpaceX hat 2025 einen Umsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar erzielt. Bei einer Marktkapitalisierung von aktuell rund 1,49 Billionen US-Dollar entspricht das einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von etwa 79, wie The Motley Fool vorrechnet. Zum Vergleich: NVIDIA als teuerster Wert unter den "Magnificent Seven" kommt lediglich auf ein KUV von rund 18,7, also nicht einmal ein Viertel dessen, was SpaceX aufweist. Eine derart hohe Bewertung lässt laut Ackman wenig Spielraum für Enttäuschungen und begrenzt zugleich das Aufwärtspotenzial. Bei einem Börsenwert von 1,49 Billionen US-Dollar, der SpaceX bereits unter die zehn wertvollsten Börsenunternehmen der Welt katapultiert, fällt eine Verdopplung ungleich schwerer als bei einem Unternehmen im Bereich von 100 Milliarden US-Dollar.
Prognosesicherheit fehlt noch
Als Hauptgrund für seine Zurückhaltung nennt Ackman im Podcast, dass SpaceX derzeit nicht das Maß an Vorhersehbarkeit liefert, das Pershing Square von einem Investment erwartet. Zugleich lässt der Investor die Tür für die Zukunft offen. Er bezeichnet Musk als den talentiertesten Techniker und Unternehmer der Generation und lässt damit erkennen, dass ein Einstieg bei passenderem Preis durchaus denkbar wäre. SpaceX ist erst seit wenigen Wochen börsennotiert und bislang unprofitabel, was aus Ackmans Sicht zusätzliche Vorsicht rechtfertigt, bevor sich sein Haus an einem so frisch gelisteten Schwergewicht beteiligt. Gerade bei einem Börsendebüt dieser Größenordnung ist es aus Anlegersicht nachvollziehbar, den Kurs erst einige Quartale beobachten zu wollen, bevor sich die Frage nach Ein- oder Ausstieg neu stellt. Ackmans öffentliche Zurückhaltung wirkt damit weniger wie eine Kritik am Geschäftsmodell als wie ein Plädoyer für Geduld bei einem noch jungen, extrem hoch bewerteten Börsenneuling.
Der nächste belastbare Datenpunkt für die Bewertungsfrage folgt am 4. August, wenn SpaceX erstmals als börsennotiertes Unternehmen Quartalszahlen vorlegt. Erst dann zeigt sich, ob das Wachstumstempo die aktuelle Bewertung stützen kann oder ob Ackmans Zurückhaltung schnell weitere Anhänger findet.
Die Bewertung von SpaceX liegt deutlich über dem Niveau vergleichbarer Technologiewerte, was die Aktie anfällig für Rückschläge macht, sollten Wachstum oder Profitabilität die hohen Erwartungen verfehlen.
Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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