Advantest-Aktie auf Höhenflug: NVIDIA-Zulieferer liefert Rekordquartal
Die starke Nachfrage nach Testsystemen für KI-Chips hat Advantest ein außergewöhnlich starkes Quartal beschert.
- Advantest steigert Nettogewinn im ersten Geschäftsquartal 2026 um 93,8 Prozent auf 174,8 Milliarden Yen
- Unternehmen hebt Jahresprognose für Umsatz, operatives Ergebnis und Gewinn deutlich an
- Bewertungsgewinn aus Finanzinstrumenten treibt den Nettogewinn zusätzlich über das operative Wachstum hinaus
Die Advantest-Aktie ist am Donnerstag im Tokioter Handel deutlich angesprungen: Zum Handelsende stand ein Plus von 10,85 Prozent auf 27.935 Yen an der Kurstafel. Der japanische Hersteller von Testsystemen für Halbleiter, ein wichtiger Zulieferer von NVIDIA, meldete für sein erstes Geschäftsquartal 2026 einen Nettogewinn von 174,8 Milliarden Yen, ein Plus von 93,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 39,3 Prozent auf 367,5 Milliarden Yen, das operative Ergebnis um 53,3 Prozent auf 190,0 Milliarden Yen. Alle vier Kennzahlen markieren Rekordwerte für ein Quartal.
KI-Nachfrage treibt das Kerngeschäft
Treiber der Entwicklung ist die anhaltend starke Nachfrage nach Testsystemen für KI-Halbleiter. Im Kerngeschäft mit Testsystemen legte der Umsatz um 38,7 Prozent auf 333,6 Milliarden Yen zu, das Segmentergebnis kletterte um 50,3 Prozent auf 190,7 Milliarden Yen. Advantest begründet das Wachstum mit steigenden Produktionsvolumina komplexer KI- und Hochleistungsrechner-Chips sowie wachsender Nachfrage nach Testern für hochperformante Speicherchips in Rechenzentren. Zusätzlich stützte der schwächere Yen das Ergebnis: Der Durchschnittskurs zum US-Dollar lag im Quartal bei 159 Yen, nach 146 Yen im Vorjahreszeitraum.
Bewertungsgewinn hievt den Nettogewinn zusätzlich
Auffällig ist, dass der Nettogewinn deutlich stärker zulegte als das operative Ergebnis. Grund dafür ist ein Finanzertrag von 44,7 Milliarden Yen, der laut Unternehmensangaben zu 41,1 Milliarden Yen aus Bewertungsgewinnen auf Finanzinstrumente im Zusammenhang mit strategischen Beteiligungen stammt. Ohne diesen Effekt wäre der Gewinnsprung deutlich moderater ausgefallen. Anleger sollten diesen Unterschied zwischen operativem und bilanziellem Wachstum im Blick behalten.
Jahresprognose deutlich angehoben
Mit den Zahlen hob Advantest zugleich die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bis März 2027 kräftig an. Der Umsatz soll nun bei 1,714 Billionen Yen liegen statt der im April in Aussicht gestellten 1,42 Billionen Yen. Beim operativen Ergebnis rechnet der Konzern mit 846 Milliarden Yen statt zuvor 627,5 Milliarden Yen, beim Nettogewinn mit 660 Milliarden Yen statt 465,5 Milliarden Yen. Als Grund nennt Advantest eine Nachfrage nach Testern für KI-Inferenzchips, die die eigenen Erwartungen von April bereits deutlich übertrifft.
Im Blick behalten dürften Anleger, ob sich die für 2026 erwartete Marktgröße von mehr als einer Billion US-Dollar für Halbleiter tatsächlich einstellt und wie sich mögliche Zusatzkosten durch die Lage im Nahen Osten auf die Lieferketten auswirken, ein Risiko, das Advantest selbst in der Prognose benennt.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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