Nahost-Konflikt als Treiber

Aktien von Chevron, Shell, BP & Co. im Aufwind: Ölpreis schießt nach Angriff aus dem Iran hoch


Aktien von Chevron, Shell, BP & Co. im Aufwind: Ölpreis schießt nach Angriff aus dem Iran hoch

Nach einem Angriff aus dem Iran auf einen US-Stützpunkt schießt der Ölpreis nach oben, und die großen Ölkonzerne ziehen an den Börsen mit.

  • Iranischer Raketenangriff auf US-Stützpunkt in Jordanien treibt den Ölpreis an
  • ExxonMobil, Chevron & Co. ziehen im Sog der steigenden Ölpreise mit
  • Lage an der Straße von Hormus bleibt angespannt, US-Reservedaten stehen aus
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Der Ölpreis schießt am Mittwoch wieder deutlich nach oben, nachdem der Iran nach eigenen Angaben ballistische Raketen auf einen US-Stützpunkt abgefeuert hat. Für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im September werden rund 87,40 US-Dollar gezahlt, fast vier Prozent mehr als am Vortag. Auch die US-Sorte WTI zieht deutlich an und notiert bei etwa 82,09 US-Dollar, ein Plus von rund dreieinhalb Prozent.

Damit fängt sich der Ölpreis nach drei Handelstagen mit Verlusten, nachdem er in der vergangenen Woche zeitweise sogar über 100 US-Dollar gekostet hatte. Mit der neuen Eskalation ziehen an diesem Mittwoch auch die Ölkonzerne an den Börsen wieder an.

Iranischer Angriff auf US-Stützpunkt in Jordanien

Nach US-Angaben griff der Iran in der vergangenen Nacht mit mehreren ballistischen Raketen einen amerikanischen Stützpunkt an. Alle Geschosse seien abgefangen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X (ehemals Twitter) mit, ohne das Ziel der Angriffe zu nennen. Wie das Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf US-Beamte berichtet, richtete sich der Angriff gegen einen amerikanischen Stützpunkt in Jordanien. Die US-Streitkräfte griffen ihrerseits gemeinsam mit dem Verbündeten Saudi-Arabien im Irak Ziele an, die dem Iran nahestehen. Damit ist die zweitägige Kampfpause zwischen Washington und Teheran, die zuvor für sinkende Ölpreise gesorgt hatte, faktisch beendet. Wie der US-Sender CNBC einordnet, zwingt der erneute Angriff Händler dazu, die Wahrscheinlichkeit eines langwierigen Konflikts neu zu bewerten.

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Aktien von ExxonMobil, Chevron & Co. profitieren

Auf die steigenden Notierungen reagieren die Öl-Aktien mit Aufschlägen. Im US-Handel am Mittwoch gewinnt die ExxonMobil-Aktie zeitweise 2,51 Prozent auf 156,88 US-Dollar, während die Chevron-Aktie um 2,46 Prozent auf 192,20 US-Dollar zulegt. Die Occidental-Aktie steigt derweil um 2,82 Prozent auf 55,45 US-Dollar. Auch die europäischen Branchenkollegen profitieren: Anteilsscheine des französischen Ölkonzerns TotalEnergies legen in Paris zeitweise 2,58 Prozent auf 75,68 Euro zu. In London steht für die Shell-Aktie ein Plus von 1,53 Prozent auf 32,84 Pfund an der Kurstafel, während Konkurrent BP um 2,32 Prozent auf 5,38 Euro klettert.

Lage an der Straße von Hormus bleibt angespannt

Am Ölmarkt wird vorerst nicht mit einer Entspannung für die Öltransporte durch die Straße von Hormus gerechnet. Die anhaltende Bedrohung durch Raketen, Minen und Drohnen dürfte laut einer Einschätzung der Investmentbank RBC Capital Markets einen erheblichen Teil der Schifffahrt von der Durchfahrt abhalten. Der öffentlich sichtbare Schiffsverkehr durch die Meerenge blieb am frühen Mittwoch weiter gering, daran dürfte der jüngste Angriff vorerst wenig ändern. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit seinen Ölfördergebieten mit den Weltmärkten und gilt als neuralgischer Punkt der globalen Ölversorgung.

US-Ölreserven im Fokus

Unterdessen greifen Industriestaaten weiter verstärkt auf ihre Ölreserven zurück. Der Interessenverband "American Petroleum Institute" meldete für die vergangene Woche einen Rückgang der US-Rohölbestände um 3,3 Millionen Barrel. Die offiziellen Daten der US-Regierung zur Entwicklung der Ölreserven werden im weiteren Tagesverlauf erwartet und dürften unmittelbaren Einfluss auf die weitere Richtung von Ölpreis und Ölaktien haben.

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Ob sich die Erholung bei Öl und Öl-Aktien fortsetzt, dürfte sich auch an den offiziellen US-Lagerdaten entscheiden, die im Tagesverlauf anstehen. Anleger dürften zudem genau verfolgen, ob es bei weiteren Angriffen bleibt oder ob sich die Lage zwischen Washington und Teheran erneut beruhigt.

Benedict Kurschat, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

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