Netzagentur will Frequenztausch für Mobilfunkbereich


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Bundesnetzagentur hat in einem Positionspapier zur künftigen Vergabe bestimmter Mobilfunkfrequenzen einen "Frequenztausch" im Bereich 800 MHz vorgeschlagen. "Wir wollen den Spagat zwischen Wettbewerb und Versorgung schaffen", sagte der Präsident der Netzagentur, Klaus Müller. "Mit dem Vorschlag eines Frequenztauschs wollen wir die Interessen der etablierten Mobilfunkbetreiber und der Markteinsteiger ausgleichen." Die bestehende LTE-Versorgung solle aufrechterhalten werden, und zugleich solle ein chancengleicher Zugang gewährt werden.

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Hintergrund ist laut der Behörde, dass Ende des Jahres 2025 die Zuteilungen für die Nutzungsrechte wichtiger Mobilfunkfrequenzen bei 800 MHz, 1.800 MHz und 2.600 MHz enden. Somit bedürfe es zügig einer Entscheidung der Bundesnetzagentur über die künftige Bereitstellung dieser Frequenzen. Das Positionspapier beinhalte erste Einschätzungen zum weiteren Verfahren. Hierbei bevorzuge die Bundesnetzagentur aufgrund der naheliegenden Frequenzknappheit ein Vergabeverfahren - konkret eine Versteigerung. Im Bereich 800 MHz schlage sie einen Frequenztausch vor, um den Interessen aller Marktbeteiligten gerecht zu werden.

Dabei würden die Nutzungsrechte bei 800 MHz statt Ende des Jahres 2025 erst Ende 2033 auslaufen. Die Nutzungsrechte bei 900 MHz würden statt Ende des Jahres 2033 bereits Ende 2025 auslaufen. Anstelle der 800 MHz-Frequenzen würden dann die 900 MHz-Frequenzen vergeben. Durch einen solchen Frequenztauch wäre die bestehende LTE-Versorgung laut der Behörde auf der Grundlage der 800-MHz-Frequenzen längerfristig gesichert. "Zugleich hätten aber auch Neueinsteiger eine Chance, Spektrum im Bereich unter 1 GHz zu erhalten", erklärte die Netzagentur. Im Rahmen einer öffentlichen Konsultation sind laut der Behörde bis zum 21. November Stellungnahmen möglich.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/sha

(END) Dow Jones Newswires

September 22, 2022 08:45 ET (12:45 GMT)