Notenbank-Treffen im Fokus

Aktien von Vonovia, Aroundtown, LEG und Co. weiter gefragt: Scharfe Gegenbewegung am Anleihemarkt hilft Immobilienaktien


Aktien von Vonovia, Aroundtown, LEG und Co. weiter gefragt: Scharfe Gegenbewegung am Anleihemarkt hilft Immobilienaktien

Vor dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole bleiben Anleger weiter optimistisch für Immobilienwerte.

Mit einem Anstieg des Sektorindex um 1,5 Prozent waren diese am Donnerstag europaweit der größte Gewinner. Die Erholung setzte sich damit den dritten Tag schwungvoll fort. Im DAX fallen die Papiere von Vonovia mit einem Anstieg um zeitweise 2,2 Prozent auf 20,68 Euro auf. Binnen drei Tagen haben sie nun mehr als sieben Prozent an Wert gewonnen.

Werbung

Auch in den deutschen Nebenwerte-Indizes folgten die meisten Branchenwerte dieser Stärke: LEG Immobilien und TAG Immobilien gewinnen im MDAX zeitweise 2,13 Prozent auf 62,44 Euro beziehungsweise 1,5 Prozent auf 10,12 Euro, während die in den vergangenen zwei Jahren besonders gebeutelten Aktien von Aroundtown im SDAX zeitweise um 4,13 Prozent auf 1,49 Euro anzieht.

Händler sprachen von einer scharfen Gegenbewegung am Anleihemarkt, der sich indirekt auch auf Immobilienwerte auswirke. Anleger hätten sich vor der Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole für höhere Marktzinsen positioniert, seien aber am Vortag von enttäuschenden Konjunkturindikatoren überrumpelt worden. Neuerdings werde thematisiert, dass die Erwartungen mit Blick auf weitere Zinserhöhungen nachlassen.

Eine überraschend deutliche Eintrübung der Stimmung im deutschen Dienstleistungssektor hatte am Mittwoch wieder die Furcht vor einer Konjunkturschwäche genährt. Das verringert in den Augen einiger Investoren die Chance, dass die Europäische Zentralbank weiter an der Zinsschraube drehen wird. Dies gilt als "Wasser auf den Mühlen der Immobilienbranche", der die hohen Zinsen in den vergangenen Monaten einen schweren Schlag versetzt haben.

Werbung

Die Entscheidung darüber, ob die aufgehellte Sektorstimmung anhält, könnte in Jackson Hole fallen. Dort beginnt am Donnerstag das jährliche Notenbanker-Treffen. Anleger hoffen auf Hinweise, ob der künftige geldpolitische Kurs der US-Währungshüter noch weitere Zinserhöhungen bringen wird. Das wichtigste Ereignis werde ein Auftritt des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell am Freitag, hieß es am Morgen von der Commerzbank.

Börsianern zufolge wird allgemein erwartet, dass Powell einen aktualisierten Ausblick vorlegen wird. Laut dem UBS-Ökonomen Jonathan Pingle ist es aber noch zu früh, um den Sieg über die Inflation und ein Ende des Straffungszyklus zu verkünden. Das sei nämlich noch zu stark von der Entwicklung der Konjunkturdaten abhängig. Er rechnet eher damit, dass Powell eine gewisse restriktive Haltung beibehält und die Tür für weitere Zinserhöhungen offen lässt. Er werde aber wohl kaum für den nächsten Entscheid im September schon konkret von einer weiteren Zinserhöhung sprechen, erwartet Pingle.

/tih/bek/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Vonovia SE, LEG

Werbung

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.