Deutsche Rohstoff-Aktie auf Rekordkurs - Prognose für 2026 angehoben
• Prognose 2026 angehoben
• Wachstum durch steigende Ölpreise, US-Expansion und beschleunigtes Bohrprogramm
Deutsche Rohstoff-Aktie im Fokus
Die Aktie der Deutsche Rohstoff AG konnte in den letzten Monaten kräftig zulegen und hat jüngst neue Höchststände erreicht. Am 7. April kletterte der Kurs der Anteilsscheine im XETRA-Handel in der Spitze auf 103,00 Euro. Zwar kamen die Papiere seither wieder etwas zurück und kosteten zuletzt noch 87,00 Euro, aber dennoch konnten sie seit Jahresbeginn um fast 78 Prozent zulegen - Ende 2025 notierten die Anteilsscheine noch unter der Marke von 50 Euro (Stand: Schlusskurs vom 20.04.2026).
Angetrieben wurde die Entwicklung vor allem durch den kräftigen Anstieg der Ölpreise sowie die zunehmende Expansion des Unternehmens im US-Markt.
Analysten sehen weiterhin Potenzial: Wie die Deutsche Börse berichtete, stuft MWB Research die Aktie als unterbewertet ein und nennt ein Kursziel von 129 Euro. Kursschwächen infolge sinkender Ölpreise würden dabei als attraktive Kaufgelegenheiten eingeschätzt. First Berlin habe sein Kursziel zwar von 139 auf 124 Euro gesenkt, bleibe aber ebenfalls bei einer Kaufempfehlung.
Vorläufige Zahlen für 2025
Im März hatte die Deutsche Rohstoff AG vorläufige Zahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Laut diesen erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 195,1 Millionen Euro und lag damit rund 3 Prozent über dem oberen Ende der eigenen Prognosespanne von 170 bis 190 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem noch 235,4 Millionen Euro umgesetzt wurden, bedeutet dies jedoch einen Rückgang. Das EBITDA belief sich auf 132,0 Millionen Euro und erreichte damit das obere Ende der erwarteten Bandbreite von 115 bis 135 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte dieser Wert noch bei 167,6 Millionen Euro gelegen. Das Konzernergebnis ging auf 28,9 Millionen Euro zurück, nach 50,2 Millionen Euro im Vorjahr. Entsprechend verringerte sich auch das Ergebnis je Aktie auf 6,03 Euro, nachdem zuvor 10,26 Euro erzielt worden waren. Das Konzerneigenkapital lag bei rund 220 Millionen Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 237,5 Millionen Euro. Positiv entwickelte sich hingegen der operative Free Cash Flow, der sich auf etwa 25 Millionen Euro belief.
Beschleunigung von Bohrprogramm
Die Deutsche Rohstoff AG gab im März außerdem bekannt, ihre Aktivitäten in den USA auszuweiten: Das Tochter-Unternehmen 1876 Resources sei künftig mit zwei Bohrgeräten in Wyoming im Einsatz.
Sollten die Ölpreise weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau von rund 65 US-Dollar liegen, könnte die Zahl der Bohrungen 2026 auf über 20 steigen, teilte das Unternehmen mit. In diesem Fall wäre auch ein längerer Einsatz beider Bohrgeräte bis ins vierte Quartal oder darüber hinaus denkbar.
Parallel entwickele sich das Non-Operated-Joint-Venture von Salt Creek Oil & Gas positiv. Für die Jahresmitte sei der Produktionsstart von neun Niobrara-Bohrungen geplant, in die rund 40 Millionen US-Dollar investiert werden sollen.
Prognose 2026 angehoben
Anfang April hat das Unternehmen zudem seine Erwartungen für das Jahr 2026 angehoben. Im Basisszenario wird nun ein EBITDA zwischen 290 und 310 Millionen Euro prognostiziert, nachdem zuvor 115 bis 135 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren. Der Umsatz soll in diesem Szenario 260 bis 280 Millionen Euro erreichen, gegenüber der bisherigen Spanne von 170 bis 190 Millionen Euro. Grundlage sind angepasste Preisannahmen von 75 US-Dollar für WTI-Öl, 3,50 US-Dollar für Gas sowie ein EUR/USD-Kurs von 1,15 (zuvor: 60 US-Dollar WTI, 3,00 US-Dollar Gas und 1,10 EUR/USD).
Im optimistischeren Szenario rechnet das Unternehmen mit einem EBITDA von 320 bis 340 Millionen Euro statt bislang 125 bis 145 Millionen Euro. Der Umsatz wird hier in einer Bandbreite von 290 bis 310 Millionen Euro erwartet, nach zuvor 180 bis 200 Millionen Euro. Die zugrunde gelegten Annahmen wurden ebenfalls angehoben und liegen nun bei 85 US-Dollar für WTI-Öl, 4,00 US-Dollar für Gas sowie einem EUR/USD-Kurs von 1,15 (zuvor: 70 US-Dollar WTI, 3,00 US-Dollar Gas und 1,10 EUR/USD).
Nun dürften Anleger auf die Vorlage des geprüften Konzernabschlusses und Geschäftsberichts am 23. April warten, im Zuge dessen weitere Zahlen und Details zur Prognose als auch eine Prognose für das Geschäftsjahr 2027 veröffentlicht werden, wie das Unternehmen erklärte.
Julia Walter, Redaktion finanzen.net