Vincorion-Aktie deutlich höher: Mehr Jahresumsatz dank Verteidigungsaufträgen erwartet
Der Rüstungszulieferer Vincorion hat angesichts des Rüstungsbooms deutlich mehr Aufträge an Land gezogen.
Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 33,9 Millionen auf 180,8 Millionen Euro, wie das im SDAX gelistete Unternehmen am Donnerstag in Wedel mitteilte. Damit sitzt Vincorion auf einem Auftragsbuch von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Jahresziele bestätigte der Konzern. Beim Umsatz peilt der Konzern nun jedoch das obere Ende der ausgegebenen Spanne von 280 bis 320 Millionen Euro an. Die operative Marge (Ebit-Marge) wird weiter in einer Bandbreite von 18 bis 19 Prozent erwartet.
Der Umsatz kletterte, wie bereits im Juli auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt, im zweiten Quartal um 44,5 Prozent auf 81,2 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um mehr als ein Drittel auf 16,0 Millionen Euro zu. Die entsprechende operative Marge sank von 21,1 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nun 19,7 Prozent.
Auftragsboom bei Vincorion treibt Aktie und Rüstungsbranche an
Starke Quartalszahlen und ein noch etwas optimistischerer Blick auf den Umsatz im Gesamtjahr haben am Donnerstag die Aktien des Rüstungszulieferers Vincorion auf den höchsten Stand seit Anfang Mai katapultiert. Das Papier des erst im März dieses Jahres an die Börse gegangenen Unternehmens aus Wedel sprang im SDAX via XETRA zuletzt um 11,4 Prozent auf 21,50 Euro hoch und war damit Spitzenwert in dem 70 Werte umfassenden Index unterhalb des MDAX. Zudem waren Rüstungswerte auch im DAX und MDax weiter gefragt.
Angesichts des Rüstungsbooms zog Vincorion deutlich mehr Aufträge an Land als erwartet und peilt daher beim Umsatz jetzt das obere Ende seiner angegebenen Spanne von 280 bis 320 Millionen Euro an.
Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan hatte die Kursrally der Vincorion-Aktie bereits erwartet und äußerte sich beeindruckt zu dem starken Abschneiden des Unternehmens. Er rechnet daher mit deutlich steigenden Analystenschätzungen für den Jahresumsatz und entsprechend mit einer deutlich höheren Konsensprognose. Perry verwies darauf, dass der Konsens laut der Nachrichtenagentur Bloomberg aktuell bei 294 Millionen Euro für 2026 liegt.
Im DAX setzten Rheinmetall ihre Vortageserholung mit plus 2,2 Prozent auf 1.193,60 Euro fort. Am Dienstag hatte die kanadische Bank RBC die Bewertung des Rüstungsunternehmens mit "Outperform" und einem Kursziel von 1.600 Euro gestartet. Analyst Colin Moody sieht Rheinmetall attraktiv in wichtigen europäischen Aufrüstungsthemen aufgestellt und hob auch dessen starke geografische Ausrichtung sowie den wachsenden freien Barmittelzufluss positiv hervor.
Im MDAX profitierte die Aktie des Marineschiffbauers TKMS von einer Empfehlung des Analysehauses Bernstein und sprang nach einem Kursplus von 8,5 Prozent am Vortag um weitere 10 Prozent auf 103,60 Euro hoch. Die Aktie des Sensor- und Radarspezialisten HENSOLDT stieg zugleich um 2,4 Prozent auf 94,32 Euro, und das Papier des Panzergetriebe-Herstellers RENK kletterte um 1,7 Prozent auf 51,07 Euro nach oben.
Der Anteilsschein des an diesem Tag für den Stahlhändler Klöckner & Co in den SDAX aufgenommene Raumfahrt- und Technologieunternehmens OHB gewann 2,5 Prozent auf 265,50 Euro.
/err/mis
WEDEL (dpa-AFX)
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Bildquellen: VINCORION