Pfandbriefbanken: Kreditzusagen steigen leicht an


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zusammengeschlossenen Institute blicken auf ein verhaltenes Immobilienfinanzierungsneugeschäft im zweiten Quartal 2023 zurück: Von April bis Juni dieses Jahres sagten sie Darlehen für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Höhe von 28,2 Milliarden Euro zu, ein Rückgang um 38,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, wie der Verband mitteilte. Im Vergleich zum direkten Vorquartal erhöhte sich das Neugeschäft demnach allerdings um 10,2 Prozent.

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"Die Talsohle im Immobilienfinanzierungsgeschäft könnte erreicht sein", sagte VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Die Summe aller zugesagten Wohn- und Gewerbeimmobiliendarlehen habe nun das zweite Quartal in Folge leicht zugenommen. "Der vor uns liegende Weg der Markterholung wird jedoch von vielen kleinen Schritten geprägt sein und möglicherweise bis 2024 andauern", erklärte er. Investoren und Privatleute benötigten noch Zeit, um sich an das gestiegene Zinsniveau zu gewöhnen. Erst wenn der Transaktionsmarkt wieder richtig anspringe, werde auch das Finanzierungsgeschäft wieder Fahrt aufnehmen können.

Das Immobilienfinanzierungsneugeschäft der Institute entwickelte sich hinsichtlich der Asset-Klassen unterschiedlich: Während das Volumen neu vergebener Wohnimmobiliendarlehen auf Quartalssicht um 9,2 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro abnahm, erhöhte sich das Neugeschäft in der Gewerbeimmobilienfinanzierung um 44,1 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal standen bei beiden Asset-Klassen deutliche Rückgänge zu Buche - um 45,8 Prozent bei Wohnimmobilien- und um 26,8 Prozent bei Gewerbeimmobiliendarlehen. Zu berücksichtigen sei hier allerdings, dass im ersten Halbjahr 2022 insbesondere bei Wohnimmobilien ein Rekord-Neugeschäft erzielt worden sei, bedingt durch Vorzieheffekte in Erwartung steigender Zinsen.

Die Nachfrage speziell nach Wohnimmobilienfinanzierungen sei weiterhin verhalten, so Tolckmitt. Hier mache sich die investitionshemmende Kombination aus verschlechterten Finanzierungsbedingungen, unklarer Fördersituation und Baukostensteigerungen bemerkbar, die eine große Herausforderung für die Bau- und Immobilienwirtschaft darstelle. "Der Wohnimmobilienmarkt ist weiterhin von Zurückhaltung gekennzeichnet", hob er hervor. In der Gewerbeimmobilienfinanzierung zeige sich im bisherigen Jahresverlauf noch kein klares Bild. Nachdem rund um die Jahreswende ein sehr geringes Neugeschäft zu verzeichnen gewesen sei, sehe man im zweiten Quartal "zaghafte positive Signale".