Pressestimme: 'Wall Street Journal' zu Vorwahlen in Argentinien
NEW YORK (dpa-AFX) - Zum überraschenden Erfolg des libertären Populisten Javier Milei bei den Vorwahlen zur Präsidentenwahl in Argentinien schreibt das "Wall Street Journal":
"Die Inflation ist der Dieb des Wohlstands der Mittelschicht, und in Argentinien steigen die Preise um mehr als 115 Prozent. Daher sollte es keine große Überraschung sein, dass die Argentinier am Sonntag die meisten Stimmen dem Präsidentschaftskandidaten Javier Milei gaben, einem Außenseiter, der verspricht, die Zentralbank zu schließen und den Peso durch den Dollar zu ersetzen.(...) Die internationale Presse porträtiert Milei als verrückten Populisten, und es besteht kein Zweifel, dass er das politische Establishment Argentiniens - links und rechts - verachtet. Er zieht große Scharen junger Argentinier an und wettert gegen die "gesamte politische Kaste, dumm und nutzlos". (...)
Milei ist ein Ökonom, der eine begrenzte Regierung bevorzugt und für Argentiniens wirtschaftliche Probleme eine erstickende Besteuerung, Überregulierung (...) und Protektionismus verantwortlich macht.(...) Bis zur ersten Wahlrunde am 22. Oktober kann noch viel passieren. Aber Mileis Auftritt hat eine Botschaft an Buenos Aires - und die Welt - geschickt, dass die argentinische Mittelschicht möglicherweise nicht länger einen Status quo akzeptiert, der sie um die Früchte ihrer Arbeit bringt."
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