Prognose steigt

UniCredit-Aktie im Minus: Gewinnziele mitten im Commerzbank-Übernahmekampf angehoben


UniCredit-Aktie im Minus: Gewinnziele mitten im Commerzbank-Übernahmekampf angehoben

Die italienische Großbank UniCredit schraubt im Übernahmekampf um die Commerzbank ihre Gewinnziele noch etwas weiter nach oben.

Im laufenden Jahr soll der Überschuss auf "deutlich" mehr als 11 Milliarden Euro steigen, teilte das Geldhaus am Donnerstag mit seiner Halbjahresbilanz in Mailand mit. Bisher war von mindestens elf Milliarden die Rede gewesen. Im Jahr 2028 sollen es nun "deutlich" über 13 Milliarden und im Jahr 2030 "deutlich" über 15 Milliarden Euro sein. Dabei seien die Ergebnisse der Commerzbank noch nicht zu hundert Prozent eingerechnet. Im zweiten Quartal verdiente die UniCredit mit gut 2,9 Milliarden Euro zwar rund zehn Prozent weniger als ein Jahr zuvor, aber mehr als von Analysten im Schnitt erwartet.

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Unicredit bereitet sich auf Kontrollübernahme bei der Commerzbank vor

Die italienische Unicredit will kurz nach der behördlichen Genehmigung ihres Angebots die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen. CEO Andrea Orcel skizzierte am Donnerstag seine Pläne für eine stärkere Angleichung zwischen der Commerzbank und der deutschen Unicredit-Tochter HVB während einer Übergangszeit von bis zu drei Jahren, bevor eine vollständige Fusion angestrebt wird.

Unicredit hat kürzlich ein Übernahmeangebot abgeschlossen, mit dem sie fast die Mehrheit an der Frankfurter Bank erreicht hat. Orcel bereitet die nächste Phase seiner langjährigen Kampagne zur Übernahme der Commerzbank vor, die zum größten Bankendeal in Europa seit der Finanzkrise 2008 werden könnte.

Die behördliche Genehmigung für das Angebot wird im vierten Quartal erwartet, so Orcel. Sobald dies geschehen ist, beabsichtige Unicredit, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Kontrolle auszuüben und mit der Umsetzung ihres Plans für die Commerzbank zu beginnen, sagte Orcel. Bis dahin suche Unicredit den Dialog mit der deutschen Regierung, den Führungsgremien der Commerzbank, Arbeitnehmervertretern und anderen Stakeholdern, fügte er hinzu.

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"Es gibt eine klare Chance, eine stärkere Commerzbank, eine stärkere Unicredit und eine stärkere paneuropäische Bankengruppe für Europa zu schaffen", sagte Orcel gegenüber Analysten während einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen.

Der Plan umfasst Investitionen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro, um das nachzuholen, was Orcel als unzureichende Investitionen der Commerzbank in den vergangenen Jahren zur kurzfristigen Ergebnissteigerung bezeichnete. Er warnte, die Investition könnte die Profitabilität und die Aktionärsrenditen bei der Commerzbank beeinträchtigen, auch in diesem Jahr.

Unicredit gehe davon aus, die Strategie der Commerzbank ab Anfang nächsten Jahres vorzugeben, und wäre in der Lage, bei Bedarf eine Aktionärsabstimmung einzuberufen, um ihre Kontrolle auszuüben, sagte Orcel.

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"Wir sind davon überzeugt, dass wir die Banken zwei oder drei Jahre lang getrennt halten müssen, bevor wir irgendetwas tun", sagte Orcel. "Um es klar zu sagen: Selbst wenn wir einen höheren Anteil hätten, würden wir nicht früher fusionieren."

JPMorgan belässt UniCredit-Aktie auf "Overweight"

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für UniCredit nach Zahlen zum zweiten Quartal auf "Overweight" mit einem Kursziel von 93 Euro belassen. "Solide" lautet das Fazit von Delphine Lee in einer ersten Einschätzung am Donnerstag. Der operative Nettogewinn liege ein Prozent über der Konsensschätzung. Vor allem Gebühren und Provisionseinnahmen hätten hierzu beigetragen sowie sonstige Einnahmen. Die Kosten der italienischen Großbank deckten sich mit den Erwartungen.

So reagieren die Aktien von UniCredit und Commerzbank

Im Mailänder Handel verliert die UniCredit-Aktie trotz überraschender Zahlen am Donnerstag zeitweise 4,46 Prozent auf 79,50 Euro. Die Commerzbank-Papiere geben derweil um 5,36 Prozent auf 36,38 Euro nach.

/stw/zb

MAILAND (dpa-AFX) / Dow Jones Newswires

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com

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