KION stutzt obere Gewinngrenze - Aktie sackt trotz starker Quartalszahlen ab
KION hat im zweiten Quartal von einem starken Wachstum im Geschäft mit Automatisierungsdienstleistungen profitiert.
Der Konzern steigerte Umsatz und Marge und erfüllte im Großen und Ganzen die Markterwartungen. Beim Ausblick für das Gesamtjahr grenzte der im MDAX notierte Logistikspezialist die Prognosespannen ein. Die Milliardenschwelle beim operativen Gewinn sieht er außer Reichweite.
Der Umsatz kletterte im Quartal um 7,7 Prozent auf 2,92 Milliarden Euro. Analysten hatten im Konsens von Visible Alpha mit 2,89 Milliarden gerechnet. Im Segment Intelligent Automation Solutions kletterten die Erlöse um 23 Prozent.
Das bereinigte EBIT legte um 18 Prozent auf 224 Millionen Euro zu. Hier hatte die Analystenprognose auf 221 Millionen gelautet. Die bereinigte EBIT-Marge rückte wie erwartet auf 7,7 von 7,0 Prozent vor.
Unter dem Strich verdiente KION mit 115 Millionen Euro knapp 22 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Auftragseingang sank im ersten Halbjahr auf knapp 5,8 von 6,2 Milliarden Euro.
Für 2026 kalkuliert Kion mit einem Umsatz von 11,53 bis 12,03 Milliarden Euro. Bislang war der Konzern von 11,4 bis 12,3 Milliarden Euro ausgegangen. Beim bereinigten EBIT wird nun von 880 bis 980 Millionen statt 850 Millionen bis 1,04 Milliarden Euro ausgegangen. Der freie Cashflow soll 420 bis 540 Millionen Euro erreichen nach einem früheren Ausblick von 430 bis 570 Millionen.
So reagiert die KION-Aktie
Trotz eines insgesamt besser als erwartet ausgefallenen Quartals bleiben die Aktien von KION in schwerem Fahrwasser. Der Kurs sackte zuletzt 6,13 Prozent ab auf 39,54 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 43 Prozent zu Buche, womit KION das Schlusslicht im MDAX sind.
Auftragslage, Umsatz und operatives Ergebnis des Gabelstaplerherstellers entwickelten sich im zweiten Quartal besser als es Analysten auf dem Zettel hatten. Mit nun mehr Weitsicht für das Gesamtjahr wurden zudem die Jahresziele konkretisiert. Dabei liegt der jeweilige Mittelwert der Prognosespannen jetzt etwas niedriger, fällt aber immer noch höher aus als die durchschnittlichen Analystenschätzungen.
Mit der angepassten Jahresprognose nehme KION wohl etwas Risiko heraus, als Gewinnwarnung sei sie eher nicht zu verstehen, schrieb Analyst Jens-Peter Rieck von MWB Research. Das zweite Quartal bezeichnete er als stark, die Gewinnerholung sei intakt. Die Kursschwäche sei von den Fundamentaldaten abgekoppelt zu sehen.
Nach Auffassung von Jefferies-Analyst Akash Gupta sollten die Anleger eigentlich erleichtert sein, nachdem Konkurrent Jungheinrich vor einer Woche seine Ziele gestutzt habe. Der Experte verwies aber auch darauf, dass KION im Staplergeschäft weiterhin Probleme habe. Die in diesem Jahr ebenfalls schwachen und mittlerweile in den Nebenwerteindex SDAX abgestiegenen Jungheinrich-Aktien gaben zuletzt um 1,4 Prozent nach.
DOW JONES / FRANKFURT (dpa-AFX)
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Bildquellen: KION GROUP