Rahmenvertrag

Milliardenregen für Oracle: Pentagon vergibt Mega-Auftrag - Aktie gibt dennoch ab


Milliardenregen für Oracle: Pentagon vergibt Mega-Auftrag - Aktie gibt dennoch ab

Das US-Verteidigungsministerium schließt einen Oracle-Rahmenvertrag in Milliardenhöhe ab, um Kosten im dreistelligen Millionenbereich einzusparen.

  • Pentagon vergibt an Oracle einen Softwareauftrag mit fünf Jahren Laufzeit
  • Basiswert 3,3 Milliarden US-Dollar, Option auf knapp 7 Milliarden US-Dollar
  • Steuerzahler sollen mindestens 441 Millionen US-Dollar sparen, so das Pentagon
Werbung

Das US-Verteidigungsministerium vergibt einen milliardenschweren Softwareauftrag an Oracle. Wie das Pentagon am Donnerstag mitteilte, bündelt die neue Rahmenvereinbarung die bislang über einzelne Teilstreitkräfte verteilten Oracle-Lizenzen erstmals in einem einzigen Vertrag für das gesamte Verteidigungsministerium, die Küstenwache und die Nachrichtendienste. Die Oracle-Aktie reagierte nach einem vorbörslichen Kurssprung im regulären Handel mit Verlusten: Es ging um 4,20 Prozent auf 115,00 US-Dollar nach unten für den SAP-Konkurrenten.

Auftrag mit Option auf fast 7 Milliarden US-Dollar

Laut der Vertragsübersicht des Verteidigungsministeriums umfasst die Vereinbarung eine fünfjährige Bestellperiode mit einem Basiswert von 3,311 Milliarden US-Dollar. Zieht das Ministerium eine bislang nicht ausgeübte Option, steigt der kumulierte Wert über zehn Jahre auf bis zu 6,99 Milliarden US-Dollar. Der als Direktvergabe ohne Ausschreibung erteilte Auftrag deckt Oracle-Softwarelizenzen, Wartung, Software as a Service und Beratungsleistungen ab. Verbindliche Mittel fließen dabei nicht sofort, sondern erst über einzelne Abrufaufträge, deren Höhe je nach Bedarf variiert.

Zweiter Konsolidierungsdeal binnen weniger Monate

Der Oracle-Vertrag baut auf einer ähnlichen Vereinbarung auf, die das Pentagon im Mai mit Microsoft über 9,69 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre geschlossen hatte. Beide Verträge sind Teil einer Initiative von Pentagon-Digitalchefin Kirsten Davies, uneinheitliche Software-Einzelverträge der Teilstreitkräfte durch einheitliche Rahmenverträge zu ersetzen. Davies bezifferte die daraus resultierenden Einsparungen für den Oracle-Deal auf mindestens 441 Millionen US-Dollar. Ausgehandelt wurde die Vereinbarung von der US-Marine, die auch als vertragsführende Stelle fungiert.

Werbung

Oracle-Aktie: Regierungsgeschäft trifft auf hohe Investitionslast

Der Auftrag kommt für Oracle zu einem Zeitpunkt finanzieller Anspannung. Im vierten Geschäftsquartal, das am 31. Mai endete, stiegen die Gesamterlöse im Geschäftsjahr laut eigener Mitteilung um 17 Prozent auf einen Rekordwert von 67,4 Milliarden US-Dollar, während der freie Cashflow wegen des Ausbaus der Cloud-Infrastruktur bei minus 23,7 Milliarden US-Dollar lag. Der Auftragsbestand (Remaining Performance Obligations) kletterte im Jahresvergleich um 363 Prozent auf 638 Milliarden US-Dollar. Die Ratingagentur S&P Global senkte die Kreditwürdigkeit von Oracle im Juli von BBB auf BBB- und damit auf die unterste Investment-Grade-Stufe, mit der Konzentration auf den Großkunden OpenAI als zentralem Risikofaktor.

Der neue Pentagon-Vertrag ändert an dieser Kapitalintensität wenig, liefert aber ein stabiles, mehrjähriges Regierungsgeschäft als Gegengewicht zum kapitalhungrigen KI-Cloud-Aufbau. Ob und in welchem Umfang das Verteidigungsministerium die Option auf die vollen 6,99 Milliarden US-Dollar zieht, entscheidet sich erst über die kommenden Abrufaufträge, die laut Vertragsunterlagen einzeln je nach Bedarf der Teilstreitkräfte ausgelöst werden.

Claudia Stephan, Bettina Schneider, Evelyn Schmal, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Werbung

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Anzeige: Kein Ausgabeaufschlag, keine Ordergebühr: Oracle bei finanzen.net zero handeln.

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com, Ken Wolter / Shutterstock.com

Werbung