Rechtsstreit

Apple-Aktie unter Druck? OpenAI schlägt im Streit um KI-Geheimnisse zurück


Apple-Aktie unter Druck? OpenAI schlägt im Streit um KI-Geheimnisse zurück

Ein juristischer Vorstoß von OpenAI sorgt für Aufmerksamkeit. Das Unternehmen hat das Gericht um die Abweisung der Klage von Apple gebeten.

  • Apple und OpenAI im Rechtsstreit
  • OpenAI beantragt Abweisung der Apple-Klage wegen Geschäftsgeheimnissen
  • Streit betrifft Zukunft von KI-gestützter Consumer-Hardware
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Ein juristischer Schlagabtausch steht am Donnerstag im Fokus der Anleger: Wie Reuters berichtet hat OpenAI am Mittwoch bei einem US-Gericht die Abweisung der Klage beantragt, mit der Apple dem ChatGPT-Entwickler sowie zwei ehemaligen Apple-Mitarbeitern den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vorwirft. So soll OpenAI die Informationen genutzt haben, um den eigenen Vorstoß in den Markt für Consumer-Hardware zu beschleunigen. In dem am Mittwoch eingereichten Antrag argumentieren die Anwälte von OpenAI laut Reuters, das Unternehmen habe "keine Verwendung, keinen Bedarf oder Wunsch nach Apples Geschäftsgeheimnissen. OpenAI entwickelt etwas völlig Neues und anderes als alles, was es bei Apple gibt".

Für große Kursbewegungen sorgt der Vorstoß jedoch vorerst nicht: Die Apple-Aktie gewinnt an der NASDAQ zeitweise 0,47 Prozent auf 312,44 US-Dollar.

OpenAI hält Apples Klage für zu vage

Apple hatte OpenAI im Juli in seiner Klageschrift vorgeworfen, sich über ehemalige Mitarbeiter, eigene Recruiting-Praktiken und Lieferantenbeziehungen systematisch vertrauliche Informationen verschafft und ausgewertet zu haben, um die eigenen Ambitionen im Bereich KI-Hardware voranzutreiben. Genau an diesem Punkt setzt OpenAI in seinem Abweisungsantrag an: Die Klageschrift beschreibe die angeblich geschützten Informationen nicht ausreichend konkret, allgemeine Kategorien der Produktentwicklung reichten nicht aus, um vor Gericht Bestand zu haben. Zudem habe Apple weder belegt, tatsächlich Inhaber eines schützenswerten Geschäftsgeheimnisses zu sein, noch schlüssig dargelegt, dass es überhaupt zu einer missbräuchlichen Verwendung durch die Beklagten gekommen sei. Damit zielt OpenAI direkt auf die rechtliche Grundlage der Klage, nicht nur auf einzelne Sachverhalte.

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Deutliche Worte gegen Apple

Besonders scharf fällt die Wortwahl in einer weiteren Passage des Antrags aus. Wie Reuters aus der Antragsschrift zitiert, dürfe Apple eine "haltlose und vorgeschobene Klage" nicht dazu nutzen, um eigene Versäumnisse zu überdecken, konkret im Wettbewerb um Fachkräfte, beim Halten eigener Mitarbeiter und beim Einbau von KI in die eigenen Produkte. Damit dreht OpenAI den Vorwurf faktisch um: Nicht ein fremder Geheimnisverrat, sondern hausgemachte Probleme bei Personal und Produktstrategie seien die eigentliche Ursache für Apples Rückstand im Rennen um KI-Geräte. Apple selbst hat sich zu dem Antrag laut Reuters bislang nicht geäußert; eine Stellungnahme des Konzerns steht noch aus.

Apple-Aktie: Zukunft der KI-Hardware steht auf dem Spiel

Hinter dem Rechtsstreit steckt mehr als ein einzelner Streit um vertrauliche Unterlagen. Beide Unternehmen ringen letztlich darum, wer künftige KI-Geräte kontrolliert, die möglicherweise ganz ohne klassische Apps oder Betriebssysteme funktionieren. Setzen sich solche Geräte durch, würden sie der Einschätzung von Marktbeobachtern nach Aufmerksamkeit von Apples wichtigstem Verkaufsschlager, dem iPhone, abziehen. Reuters verweist darauf, dass Analysten davon ausgehen, OpenAI arbeite an einem eigenen Smartphone oder einem vergleichbaren Gerät. Gleichzeitig bestehen beide Seiten wirtschaftlich weiter engstens verzahnt: Apple-Nutzer können ChatGPT-Ergebnisse über Siri abrufen, und iPhone-Besitzer lassen sich direkt aus den iOS-Einstellungen heraus für ein ChatGPT-Abonnement anmelden.

Bettina Schneider, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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