Regierung: Klimaclub legt Fokus auf industrielle Dekarbonisierung


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Zum ersten Mal nach Gründung des Klimaclubs im vergangenen Dezember haben sich seine Mitgliedstaaten im Anschluss an den Petersberger Klimadialog im Rahmen einer Taskforce getroffen. Dabei sei es um die weitere Ausgestaltung des Klimaclubs gegangen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Auf der Agenda des Auftakttreffens standen laut den Angaben unter anderem ein erster Austausch der Mitglieder über künftige Aktivitäten des Klimaclubs sowie die Arbeitsweise der Taskforce im laufenden Jahr. Die industrielle Dekarbonisierung sei ein zentraler Baustein für eine prosperierende klimaneutrale Wirtschaft, stehe aber noch am Beginn der Transformation, wobei auch der Einsatz von grünem Wasserstoff eine zentrale Rolle spielen werde.

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Der Klimaclub erkenne das an und lege den Fokus zunächst auf die Dekarbonisierung industrieller Kernprozesse wie der Herstellung von grünen Grundstoffen wie Stahl und Zement. Eine enge internationale Abstimmung helfe beim Aufbau von Leitmärkten für emissionsarme Grundstoffe beispielsweise durch die Angleichung von Definitionen und Standards. "Das Signal für die industrielle Produktion ist klar: der business case der Zukunft liegt international in der Dekarbonisierung", erklärte das Ministerium. "Die rege Beteiligung an der heutigen Sitzung zeigt die Relevanz des Themas und den richtigen Moment, um Ambitionen und Umsetzung, zunächst mit Fokus auf den Industriesektor beherzt anzugehen", sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Neben den G7-Staaten und der EU-Kommission - den Gründungsmitgliedern - nahmen an dem Treffen laut den Angaben auch die neuen Mitglieder Argentinien, Chile, Dänemark, Indonesien, Kolumbien, Luxemburg, Niederlande, Schweiz, Singapur und Uruguay teil. Weitere Länder mit ambitionierten Klimazielen hätten bereits ihr Interesse am Klimaclub bekundet oder bereits ein Beitrittsverfahren eingeleitet. Der Klimaclub solle einen festen Austausch auch auf hochrangiger politischer Ebene ermöglichen, insbesondere über verschiedene Ansätze für Treibhausgasminderung, die Entwicklung von Standards und Definitionen grüner Industrieprodukte und Grundstoffe wie Stahl und Zement und den Aufbau entsprechender Leitmärkte für solche grünen Industrieprodukte.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

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May 05, 2023 09:21 ET (13:21 GMT)