Microsoft-Aktie mit bestem Dreitageslauf seit 26 Jahren: Rekordquartal überzeugt Anleger
Die Microsoft-Aktie legte binnen drei Handelstagen so stark zu wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, nachdem der Konzern die Antwort auf eine seit anderthalb Jahren offene Frage lieferte.
- Microsoft-Aktie in drei Handelstagen rund 25 Prozent im Plus
- Azure wächst um 43 Prozent, Cloud-Sparte knackt 100 Milliarden US-Dollar
- Copilot verdoppelt zahlende Nutzer auf über 30 Millionen binnen eines Quartals
Die Microsoft-Aktie hat am Montag an der NASDAQ um knapp fünf Prozent auf 487,65 US-Dollar zugelegt und damit die Gewinnserie der vergangenen drei Handelstage auf rund 25 Prozent ausgebaut, den stärksten Dreitageslauf seit dem Jahr 2000. Die Performance des Papiers hat sich damit von einem Verlust für das laufende Jahr in ein Plus von rund einem Prozent gedreht. Ausgelöst hat die Rally der Quartalsbericht vom 29. Juli, in dem der Konzern eine seit anderthalb Jahren offene Frage beantwortet: Ob sich die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz auszahlen.
Azure knackt die 100-Milliarden-Marke
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 30. Juni endete, stieg der Umsatz auf 90,0 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und über dem Analystenkonsens von rund 87,6 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte nach GAAP auf 35,8 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 31 Prozent, das Ergebnis je Aktie lag bei 4,81 US-Dollar. Kernstück blieb die Cloud-Sparte Azure, die währungsbereinigt um 43 Prozent wuchs, das höchste Tempo seit Anfang 2022. Zudem war es mehr, als der Konzern selbst in Aussicht gestellt hatte. Damit überschritt der Jahresumsatz von Azure erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar.
Copilot verdoppelt sich, die Ausgaben auch
Auch beim KI-Assistenten Microsoft 365 Copilot beschleunigte sich das Wachstum deutlich: Die Zahl zahlender Nutzer verdoppelte sich binnen eines Quartals auf über 30 Millionen, der Nettozuwachs an Lizenzen habe sich damit laut Microsoft verdoppelt. Vorstandschef Satya Nadella sprach in der zugehörigen Pressemitteilung von wachsendem Vertrauen der Kunden in die KI-Transformation durch Microsoft. Zugleich stiegen die Ausgaben für Rechenzentren und Ausrüstung im Quartal um 69 Prozent auf rund 41 Milliarden US-Dollar. Für das kommende Geschäftsjahr rechnet Finanzchefin Amy Hood mit Investitionen von rund 175 Milliarden US-Dollar.
Analysten sehen Beweis für die KI-Wette
Am Markt wird die Bewegung als Beleg dafür gelesen, dass sich die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz auszahlen. Will Rhind, Chef des Indexanbieters GraniteShares, ordnete die Rally gegenüber MarketWatch als Neubewertung des KI-Fortschritts ein, nicht als bloße Reaktion auf eine einzelne Kennzahl. Luke Rahbari, Portfoliomanager beim Rational Equity Armor Fund, sprach von einem Wettlauf der Hyperscaler in bislang "unbekanntem Ausgabenterrain", den er dennoch für begründet hält. William-Blair-Analyst Sebastien Naji verwies in einer Studie, die MarketWatch vorliegt, darauf, dass Microsoft und andere Hyperscaler trotz der wachsenden Ausgaben weiterhin nicht mit der Nachfrage Schritt halten.
Der nächste Prüfstein ist das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027: Finanzchefin Hood hat für Azure ein Wachstum von rund 45 Prozent in Aussicht gestellt, mehr als im gerade abgelaufenen Quartal. Ob der Konzern dieses Tempo trotz der hohen Kapitalausgaben liefert, dürfte die Bewertung der Aktie in den kommenden Monaten prägen.
Am Dienstag zeigte sich die Aktie an der NASDAQ weitere 1,06 Prozent höher bei 492,81 US-Dollar.
Martina Köhler, Claudia Stephan, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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