BYD-Aktie zieht an: Autobauer bestätigt Termin für ersten humanoiden Roboter
Ohne ein technisches Detail zu nennen, kündigt BYD seinen ersten humanoiden Roboter an - und die Hongkonger Börse reagiert sofort.
- BYD kündigt für August die Vorstellung seines ersten humanoiden Roboters an
- Anleger reagieren euphorisch, Aktie deutlich fester
- Auch Xpeng und Chery treiben in China die Entwicklung von Robotern voran
Wie Cnevpost berichtet, bestätigte der Tesla-Konkurrent BYD gegenüber dem "China Securities Journal", dass der chinesische Autobauer im August seinen ersten humanoiden Roboter vorstellen will. Damit macht der Konzern den nach längeren Spekulationen erwarteten Einstieg in die Robotik offiziell.
An der Börse sorgte die Bestätigung umgehend für Kauflaune. Die BYD-Aktie gewann in Hongkong letztlich 4,23 Prozent auf 93,60 Hongkong-Dollar.
Präsentiert werden soll der Roboter im Netzwerk der Erlebnis- und Bildungszentren "Di Space", in denen bislang vor allem Fahrzeugtechnik im Mittelpunkt stand. BYD reiht sich damit in eine wachsende Gruppe chinesischer Autobauer ein, die neben ihrem Kerngeschäft verstärkt auf humanoide Robotik setzen.
BYD hält sich mit technischen Details noch zurück
Ein am vergangenen Samstag über den WeChat-Kanal des BYD-Erlebniszentrums in Zhengzhou veröffentlichtes Teaserbild liefert kaum technische Informationen. Statt Daten und Spezifikationen setzt der Konzern auf eine inszenierte Enthüllung. Nach der Bildbeschreibung soll sich das neue Produkt erst beim genaueren Hinsehen offenbaren.
Diese Präsentationsform passt zum Konzept der "Di Space"-Standorte, die auf interaktive Erlebnisse statt klassischer Produktvorstellungen setzen. Vieles spricht deshalb dafür, dass Anfang August erstmals ein physischer Prototyp öffentlich gezeigt wird und nicht lediglich eine Konzeptstudie.
Robotik als neues Wachstumsfeld
Überraschend kommt der Schritt nicht. Konzern-Vizechefin Stella Li hatte bereits Anfang Juni bestätigt, dass BYD an humanoiden Robotern arbeitet. Nach ihrer Einschätzung basieren Robotik und Automobilbau auf denselben technologischen Grundlagen aus Fertigung, Software und Hardware.
Darüber hinaus plant BYD eine offene Plattform, auf der sowohl eigene Roboter als auch gemeinsam mit Partnern entwickelte Systeme entstehen sollen. Bereits Ende 2024 hatte der Konzern eine eigene Abteilung für verkörperte künstliche Intelligenz eingerichtet.
Langfristig könnten nach den Vorstellungen des Managements zwei bis drei Roboter in jeder BYD-Filiale Fahrzeugpräsentationen unterstützen. Als Verkaufsberater dürften sie jedoch frühestens in ein bis zwei Jahren einsatzbereit sein. Die persönliche Beziehung zwischen Verkäufern und Kunden könne ein Roboter nach Einschätzung von Stella Li auf absehbare Zeit nicht ersetzen.
Auch andere chinesische Autobauer investieren in humanoide Roboter
BYD ist nicht der einzige Hersteller mit entsprechenden Ambitionen. Die von Chery aufgebaute Marke Aimoga verkauft humanoide Roboter bereits an Endkunden. SAIC-GM setzt in der Batteriemontage auf radgestützte Serviceroboter.
Auch Xpeng treibt seine Pläne voran und will die Serienproduktion seines humanoiden Roboters "Iron" bis Ende 2026 aufnehmen. Damit verlagert sich der Wettbewerb der chinesischen Autobauer zunehmend über die Fahrzeugentwicklung hinaus auf Robotik, Fertigungstechnologie und Künstliche Intelligenz.
Ob BYD in Zhengzhou tatsächlich mehr als eine erste Designstudie präsentiert, dürfte sich bei der Veranstaltung in der ersten Augustwoche 2026 zeigen. Bis dahin bleibt offen, wie weit die Entwicklung von Hard- und Software des Roboters bereits fortgeschritten ist.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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