Merck-Aktie auf Hoch seit Januar 2025: Robustes zweites Quartal - Jahresprognose angehoben
Der Pharma- und Technologiekonzern Merck hat seine Jahresprognose nach einer robusten Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal angehoben.
Der DAX-Konzern verwies auf nachlassende negative Währungseffekte und erwartet eine stärkere Dynamik in den Geschäftsbereichen Life Science und Electronics. Im Bereich Healthcare werden nun erst ab August in den USA wegen der Generikakonkurrenz keine Umsätze mit dem Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad mehr erzielt werden, statt schon ab Mai.
Die Merck KGaA Unternehmen erwartet nun für das Geschäftsjahr 2026 einen Konzernumsatz zwischen 21,0 und 21,8 Milliarden Euro, statt in der Spanne von 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro. Die neue Prognose entspricht einem organischen Umsatzplus von 1 bis 3 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA pre) wird nun bei 5,9 bis 6,3 Milliarden Euro gesehen, was einer organischen Entwicklung von 0 bis plus 3 Prozent entspricht. Die Prognosespanne wurde damit um 200 Millionen Euro angehoben. Daraus ergibt sich ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 7,90 und 8,60 Euro, ein Rückgang gegenüber 8,34 Euro im vergangenen Jahr. Hier lag die Prognose bisher bei 7,50 und 8,20 Euro.
Merck erwartet weiter US-Zulassung von Pergoveris in 2H
Der Pharmakonzern Merck rechnet weiterhin mit einer Markteinführung seines Fruchtbarkeitsmedikamentes Pergoveris in den USA im zweiten Halbjahr 2026. Der Konzern habe vor kurzem bei der US-Gesundheitsbehörde FDA die beschleunigte Prüfung des Medikamentes beantragt, sagte Finanzvorständin Helene von Roeder zu Journalisten.
Im Falle einer Zulassung dürfte das Medikament in den USA auch auf den Plattformen TrumpRX.gov und FertilityInstantSavings.com zu erhalten sein. Die Merck KGaA hat ihr komplettes Portfolio an IVF-Therapien im ersten Quartal dieses Jahres mit Preisnachlass auf diesen Plattformen verfügbar gemacht. Mögliche US-Umsätze mit Pergoveris sind in der Jahresprognose des DAX-Konzerns nicht enthalten. Im ersten Halbjahr erzielte Merck mit Pergoveris weltweit einen Umsatz von 186 Millionen Euro.
Merck-Aktie auf Hoch seit Januar 2025 - Erneut höhere Jahresziele
Die Aktien der Merck KGaA haben am Donnerstag nach gut einem Monat wieder einen neuen Höchststand seit Januar 2025 erreicht. Der Chemie- und Pharmakonzern überzeugte die Anleger mit einem unerwartet starken Quartal und erneut angehobenen Jahreszielen. Dies trieb den Kurs in der Spitze um 2,6 Prozent auf 148,80 Euro hoch. Dann wurde es wieder etwas ruhiger, die Aktien blieben aber mit einem Prozent im Plus. Im XETRA-Handel notiert die Merck-Aktie zeitweise 1,62 Prozent stärker bei 147,35 Euro.
Merck-Chef Kai Beckmann erwartet 2026 nun einen Umsatz von 21,0 bis 21,8 Milliarden Euro, nachdem die Prognose im Mai bereits erhöht worden war. Die Grundlage dafür waren starke Zahlen, die der Analyst Richard Vosser von JPMorgan neben dem Ausblick erwähnte. Er rechnet damit, dass die diesjährigen Konsensschätzungen um zwei Prozent steigen werden. James Vane-Tempest von Jefferies hob hervor, dass alle drei Geschäftsbereiche besser als erwartet abgeschnitten hätten. Dies sei ein Punkt, der am Markt wohl auch gut ankomme, so der Experte.
Sah es im Juli so aus, als ob die Rally beim ehemaligen Jahreshoch von 148,65 Euro ihr Ende erreicht hatte, kann Merck die Anleger nun eines Besseren belehren. Seit dem Vormonats-Tief bei gut 130 Euro haben die Aktien in der Spitze wieder mehr als 14 Prozent zugelegt.
DOW JONES / FRANKFURT (dpa-AFX)
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Bildquellen: Merck KGaA, Merck KGaA