Rüstung als Wachstumshebel

Daimler Truck-Aktie fällt: CEO setzt auf Rüstung und autonome Lkw für neues Wachstum


Daimler Truck-Aktie fällt: CEO setzt auf Rüstung und autonome Lkw für neues Wachstum

Die Daimler Truck-Chefin Karin Rådström erklärt, warum die Rüstungssparte auch dem zivilen Lkw-Geschäft neue Impulse geben soll.

  • Daimler Truck will den Umsatz im Verteidigungsgeschäft bis 2028 verdoppeln
  • CEO Rådström sieht Rüstungstechnik als Vorteil auch fürs zivile Lkw-Geschäft
  • Erste autonome Lkw sollen ab 2027 in den USA erste Strecken übernehmen
Werbung

Daimler Truck verknüpft das Wachstum im Rüstungsgeschäft direkt mit dem zivilen Lkw-Geschäft. Im Interview mit der Financial Times erklärte Vorstandschefin Karin Rådström, dass Innovationen aus der Verteidigungsindustrie, etwa beim autonomen Fahren und bei schnelleren Entwicklungszyklen, künftig auch auf der zivilen Seite Fortschritte bringen sollen. Für Anleger heißt das: Die Rüstungssparte wird zum zweiten Standbein neben dem klassischen Lkw-Geschäft, während der Konzern gleichzeitig auf autonome Technik als nächsten großen Wachstumstreiber setzt.

Rüstungsumsatz soll sich bis 2028 verdoppeln

Bereits im Juni kündigte Daimler Truck unter der neuen Dachmarke Daimler Truck Defence an, den Umsatz im Verteidigungsgeschäft bis 2028 auf rund eine Milliarde Euro zu steigern. Dafür investiert der Konzern einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Produktion, Entwicklung, Vertrieb und Service. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz im Verteidigungsbereich laut Unternehmensangaben ebenfalls im mittleren dreistelligen Millionenbereich, verglichen mit einem Konzernumsatz von 49,5 Milliarden Euro. Rådström zufolge wächst das Geschäft schneller als erwartet und schneller als die klassische Lkw-Sparte.

Schwaches Kerngeschäft macht Rüstung attraktiver

Der Vorstoß ins Verteidigungsgeschäft fällt in eine Phase, in der das Kerngeschäft unter Druck steht. Der Gewinn von Daimler Truck brach im vergangenen Jahr um gut ein Drittel auf etwa zwei Milliarden Euro ein, belastet von höheren US-Zöllen und einer schwachen Nachfrage in Nordamerika. Im ersten Quartal dieses Jahres fiel der Rückgang mit rund 80 Prozent noch deutlicher aus. Rådström sieht bei der Rüstungsproduktion einen strukturellen Vorteil: Der Konzern könne Fertigungskapazitäten schneller hochfahren als traditionelle Rüstungsanbieter, die auf kleinere Stückzahlen ausgelegt sind, während Verteidigungsministerien aktuell vor allem mehr Kapazität in kurzer Zeit benötigten.

Werbung

Autonome Lkw als nächster Hebel

Neben dem reinen Umsatzwachstum sieht Rådström in der Verteidigungstechnik auch einen Impulsgeber für autonome Lkw. Militärische Kunden setzen zunehmend auf ferngesteuerte und autonome Fahrzeuge, etwa im sogenannten Platooning, bei dem mehrere Lkw automatisiert einem bemannten Führungsfahrzeug folgen. Das senkt den Personalbedarf im Einsatz und soll die Sicherheit erhöhen. Da Personalkosten in der Logistik laut Rådström rund 40 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, wertet sie autonome Technik als größten anstehenden Wandel der Branche. Erste Lkw mit autonomen Fahrfunktionen auf ausgewählten US-Strecken sind für 2027 geplant, der breitere Rollout soll 2028 folgen.

Ob sich das Tempo im Verteidigungsgeschäft bestätigt, zeigt sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen, wenn Daimler Truck aktuelle Werte zur neuen Sparte Daimler Truck Defence vorlegt.

So reagier die Daimler Truck-Aktie

Am Dienstag zeigt sich die Aktie von Daimler Truck im XETRA-Handel zeitweise 1,37 Prozent tiefer bei 48,92 Euro.

Werbung

Martina Köhler, Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Anzeige: Mit der finanzen.net zero App Daimler Truck mobil handeln, ab 0 Euro Ordergebühr.

Bildquellen: Robert Way / Shutterstock.com, Daimler Truck AG

Werbung